
Bei einem Brand in einem Hochhaus im Zentrum Brüssels sind am Dienstag sechs Personen ums Leben gekommen. Alle Toten seien in einem abgestürzten Aufzug aufgefunden worden, sagte eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft. Zuvor galten fünf Arbeiter als tot, ein weiterer als vermisst. Unklar ist, ob es sich bei der vermissten Person um den nun bestätigten sechsten Toten handelt.
„Der Zugang zu den beiden Aufzugsschächten ist sehr schwierig. Deshalb ist der Katastrophenschutz vor Ort“, teilte der Sprecher mit. Die Arbeiter seien mit dem Einbau des Aufzugs beschäftigt gewesen. Ein Brandsachverständiger sei beauftragt worden, die Arbeiten und die mögliche Ursache für das Feuer zu ermitteln. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Arbeiter nicht ordnungsgemäß gemeldet waren. Im Einsatz waren auch Polizisten mit Spürhunden sowie Feuerwehrleute mit Wärmebildkameras.
Der Brand war am Morgen gegen 7.30 Uhr im zweiten von 15 Stockwerken ausgebrochen, von wo die Flammen auf einen Aufzugsschacht übergriffen. Der Feuerwehr gelang es schließlich, die Flammen unter Kontrolle zu bringen und zu löschen. Zwei Personen wurden mit Verbrennungen in ein Militärkrankenhaus gebracht. Ein Feuerwehrmann, der an Hyperthermie litt, wurde vor Ort behandelt.
Bürgermeister Close: Noch nie einen so verheerenden Brand erlebt
Der Brand ereignete sich im früheren Gebäude der Brüsseler Stadtverwaltung, die 2022 in ein modernes Verwaltungszentrum in der Nachbarschaft umgezogen war. Anschließend begann die Renovierung des Hauses, das zwischen 1968 und 1971 errichtet worden war und „Centre Monnaie“ hieß. Es wurde entkernt, in „Oxy“ umbenannt und soll künftig statt Büros ein Hotel und Wohnungen beherbergen.
Der Brüsseler Bürgermeister Philippe Close äußerte sich bestürzt. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen so verheerenden Brand in Brüssel erlebt zu haben“, sagte der sozialistische Politiker. „Meine Gedanken sind bei den Kollegen der Opfer und ihren Familien.“
