Der Marburger Bund hat einen besseren Schutz vor
sexueller Belästigung in Krankenhäusern gefordert. Der Berufsverband, der auch eine
Fachgewerkschaft für Ärztinnen und Ärzte ist, traf sich an diesem Sonntag zu seiner Hauptversammlung in
Hannover. Der Bund stellte in diesem Rahmen mehrere Forderungen an Politik und Krankensystem.
Eine Mitgliederbefragung unter rund 9.000
angestellten Ärztinnen und Ärzten hatte ergeben, dass Grenzüberschreitungen
häufig wiederholt auftreten. Ein Großteil der Fälle werde nicht gemeldet. Das liege unter anderem daran, dass Betroffene nicht mit wirksamen Konsequenzen
rechneten oder berufliche Nachteile befürchteten. Zudem fehlten unabhängige und
vertrauliche Anlaufstellen.
Überkommene hierarchische Strukturen, persönliche Abhängigkeiten und
problematische Führungskulturen im Klinikbetrieb hätten zudem die in der Befragung geschilderten Fälle begünstigt.
Als mögliche Maßnahmen zum besseren Schutz vor
sexueller Belästigung nannte der Verband anonyme Meldemöglichkeiten, öffentlich
bekannte Beschwerdestellen, eine bessere Qualifizierung von
Führungskräften und angemessene Leitbilder.
Krankenhausträger, Politik und weitere Akteure seien gefordert, wirksame
Konsequenzen zu ziehen.
Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.
