Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 25/2026
Die größte Sammlung afrikanischer Schmetterlinge, mehr als vier Millionen Exemplare, lagert in einem Garten in Nairobi. Ein einfaches Holzhaus, keine 100 Quadratmeter groß, Neonlicht. Es mieft ein bisschen.
»Soll es auch«, sagt der Mann, der jetzt die Tür aufmacht und in einer Art Schmetterlingsbibliothek verschwindet: enge Reihen von Holzregalen, dicht bestückt mit Kästen bis unter die Decke, jeweils ein schmuckloses Etikett am Rücken, das den Namen der Schmetterlingsfamilie verrät. Da ist zum Beispiel Charaxes castor. Edel, groß wie eine Kinderhand, braun-schwarze Flügeldecken, helle Flecken in der Mitte. Er sieht etwas mitgenommen aus, die Ränder der Flügel abgefressen, die Schuppen an den Flügeln nicht mehr ganz frisch.
