
Vom Hoch ins Tief geht’s schief, weiß der Hobbypilot und dreht am Höhenmesser, um eine unerquickliche Begegnung mit Bergen oder Masten zu vermeiden. Am frühen Morgen holt uns die Realität schon bei der Physiotherapeutin ein, die von den Malaisen niedrigen Luftdrucks berichtet. Haufenweise hätten tags zuvor die Patienten ihre Handtücher vergessen, das passiere bei hohem Luftdruck nie in dieser Dimension. Die Leutchen würden einfach schusselig. Wir dachten bis dahin, das wochenlange Sommerhoch sei eigentlich von Übel, habe es in weiten Teilen doch ein Stimmungstief ausgelöst, weil zu heiß für Mensch und Tier und Natur. Wie man es auch macht, es ist halt immer falsch.
Stimmt die Beobachtung, dann scheint, ausgenommen auf Fahrten ins Blaue mit Simson-Mopeds, in politischen Kreisen derzeit dauerhaft niedriger Luftdruck zu herrschen. Es ist ja auch wirklich nicht leicht. Die Gasspeicher sind so leer, dass der gesetzlich festgelegte Füllstand von 80 Prozent vor dem Winter nicht mehr erreicht werden kann. Das ist nicht weiter schlimm, warum sollte sich die Gaswirtschaft oder gar ein Ministerium an Gesetze halten, womöglich noch an seine eigenen?
Sollte der Dezember von der Klimaerwärmung nichts mitbekommen haben und eiskalt zuschlagen, das zum Trost, wird nicht nur kein Gas vorhanden sein, sondern auch kein Medikament gegen die Erkältung, weil nämlich, wie der Verband Pro Generika anmahnt, in der Arzneimittelversorgung ein geostrategisches Risiko bestehe.
Tja, Freunde des Pillendrehens, wo besteht das nicht? Selbst auf dem assoziierten Kanada wird herumgetrumpelt, im versammelten Ostblock landen Liebesgrüße aus Moskau, und die öligen Emirate werden wegen Straßensperrungen auf Solarthermie umstellen müssen.
Was alles nichts ist im Vergleich zur Bedrohung durch die KI, deren Geister uns heimsuchen. Die von ihr erzeugte Daten hochlädt, um sie als Quelle vorweisen zu können. Die angefragte Fakten kurzerhand erfindet. Diese digitale Lügenpresse erfordert eine Reaktion, unseren Fachkräften in Berlin und Brüssel fällt natürlich nur wieder Strangulierung durch Regulierung ein.
Man nehme sich lieber ein Beispiel an John Joseph Prevost. Der ruft einfach seinen technikaffinen Bruder Robert Francis an, wenn daheim der Rechner streikt. Robert Francis? Genau, Papst Leo. Woraus in der Wahrheitspresse die Überschrift der Woche entstand. „Bei Computerproblemen: Papst anrufen.“ Das nennen wir kimmlische Intelligenz.
