Die iranische Führung hat die Straße von Hormus für die Dauer der Waffenruhe im Libanon vollständig für die Handelsschifffahrt freigegeben. Das teilte Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf X mit. Die Durchfahrt kommerzieller Schiffe sei auf einer festgelegten Route
möglich. Die iranische Hafen- und Schifffahrtsbehörde habe die Route bereits
bekannt gegeben, sagte der Außenminister. Die Waffenruhe im Libanon war am Donnerstagabend in Kraft getreten und soll zehn Tage gelten.
US-Präsident Donald Trump teilte auf seiner Onlineplattform mit, die
Meerenge sei »vollständig geöffnet«. Zugleich schrieb Trump, die Blockade durch die USA bleibe weiter in Kraft, »da sie sich ausschließlich auf den Iran bezieht«. Dies gelte, bis die Verhandlungen mit der iranischen Führung vollständig abgeschlossen seien. »Dieser Prozess sollte sehr schnell vorangehen, da die meisten Punkte bereits ausverhandelt sind«, sagte der US-Präsident.
Ölpreis sinkt deutlich
In Reaktion auf die Ankündigungen aus dem Iran und den
USA fielen die Ölpreise um rund zehn Prozent. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent für die Lieferung im Juni sank am Freitagnachmittag um 10,42 Prozent auf 89,11 Dollar (75,25 Euro). Die US-Referenzsorte WTI wurde sogar für 11,11 Prozent weniger gehandelt und sank auf 84,11 Dollar pro Barrel.
Der Iran hatte die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman mit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar blockiert. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Aufgrund der Blockade stiegen die Energiepreise in den vergangenen Woche deutlich.
In Paris beraten an diesem Freitagnachmittag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte seine Teilnahme angekündigt. Merz zufolge könnte sich auch Deutschland unter bestimmten Bedingungen an einem Einsatz in der Region beteiligen.
