Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad sind am Samstag zwölf Menschen getötet und mehr als 300 Personen verletzt worden. Das meldete die Luftfahrtbehörde des Landes. Der Angriff sei ohne Vorwarnung erfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Regierungsvertreter. Das saudische Warnsystem habe keinen Alarm ausgelöst, hieß es.
Die Verletzten wurden mit Krankenwagen und Hubschraubern in Krankenhäuser gebracht, einige von ihnen sind in kritischem Zustand. Die Zivilluftfahrtbehörde teilte mit, der Betrieb am größten Flughafen des Landes sei vorübergehend eingestellt worden.
Diplomatenkreisen zufolge soll die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz am Nachmittag eine Rakete auf den Flughafen abgefeuert haben. Jemenitische Huthi-Rebellen hatten den Flughafen zuletzt wiederholt angegriffen. Teile des Flughafens würden geräumt, hieß es in Berichten. Demnach waren zahlreiche Rettungswagen im Einsatz.
Bundesregierung warnt vor Nutzung des Flughafens in Riad
Man streiche Flüge, da der Flughafen geschlossen worden sei, gab die Gesellschaft Kuwait Airways bekannt. Die kanadische Botschaft rief dazu auf, Fahrten zum Flughafen zu unterlassen, und verwies auf »anhaltende militärische Aktivitäten«. Auch die Bundesregierung rät bis auf Weiteres dringend von der Nutzung des Flughafens Riad ab. In Saudi-Arabien müsse mit weiteren Luftangriffen sowie mit Beeinträchtigungen des Flugverkehrs gerechnet werden, teilte das Auswärtige Amt mit. Auch Spanien sprach eine Warnung vor der Nutzung des Flughafens aus.
Die Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, unter anderem die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt übernahm sie die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar hatten die Huthis verstärkt Flughäfen, Ölanlagen und andere zivile Ziele in Saudi-Arabien angegriffen. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthi-Miliz.
