Frankreich will Soldaten und Militärgerät nach Saudi-Arabien schicken, um den dortigen Ölhafen Janbu vor Angriffen der Huthi-Miliz zu schützen. Frankreich habe sich mit Saudi-Arabien darauf verständigt, Radaranlagen und Verteidigungssysteme nach Janbu zu schicken, »nicht um uns an irgendeinem Konflikt zu beteiligen, sondern um diesen Ort zu schützen«, sagte Präsident Emmanuel Macron im französischen Fernsehen.
In Janbu endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Sie ist für das Land von großer Bedeutung, weil über die Pipeline die vom Iran gesperrte Straße von Hormus umgangen werden kann. Durch Angriffe der Huthi-Miliz ist jedoch auch dieser Handelsweg in Gefahr.
Es gehe darum, auf eine Entspannung an den Ölmärkten hinzuarbeiten, sagte Macron. Auf die Frage, ob Frankreich auch Kampfflugzeugen entsenden werden, antwortete Macron, dass die Regierung die Entwicklungen vor Ort beobachten und bei Bedarf handeln werde. Sollte sich die Lage entspannen, würde sich dies »zwei Tage später an den Preisen an den Zapfsäulen zeigen«, sagte der Präsident.
Großbritannien will Saudi-Arabien ebenfalls militärisch gegen Angriffe aus dem Jemen unterstützen. Das gab Premierminister Andy Burnham bereits am Montag bekannt und betonte dabei, dass es sich um »defensive« Hilfe handele.
Macron kritisiert möglichen US-Diesel-Exportstopp
Die Huthis hatten im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer angekündigt und seither Ziele in dem Königreich angegriffen. Nach einer Blitzoffensive übernahm die Miliz dann vergangene Woche die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.
Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit dem Indischen Ozean. Sie ist eine wichtige Route für den internationalen Schiffsverkehr, besonders für den Export von saudiarabischem Öl. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus am Persischen Golf durch die Regierung in Teheran seit Beginn des Iran-Kriegs hat Bab al-Mandab an Bedeutung gewonnen.
Macron kommentierte auch den von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen US-Exportstopp für Diesel. Dabei handele es sich um einen »schlechte Entscheidung«, nicht nur für den Rest der Welt, sondern auch für die US-Wirtschaft selbst, sagte der Franzose. Trump hatte sich am Dienstag für den Exportstopp ausgesprochen. Nach Angaben seines Finanzministers Scott Bessent prüft die US-Regierung aktuell, »ob ein vollständiges oder teilweises Verbot funktionieren würde«. Zuletzt hatten die USA während der Ölkrise der 1970er Jahre ihre Ausfuhren von Rohöl weitgehend gestoppt, um die heimischen Preise zu senken.
Mit Blick auf das eigene Land beteuerte Macron, »alles zu tun«, um Treibstoffknappheit an französischen Tankstellen zu verhindern. Derzeit sind vor allem die Total-Tankstellen von Treibstoffknappheit betroffen, da das Unternehmen die Preise gedeckelt hat. Dies führt seit Wochen zu langen Schlangen vor den Tankstellen des Energieunternehmens.
