Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 29/2026
Wodurch genau sie sich verraten hatte, ist nicht überliefert. Vielleicht hing die Hinterachse ihres Autos zu tief. Im Hafen von Porto Torres auf Sardinien wollte die Touristin sich gerade auf eine Fähre einschiffen, im Mai dieses Jahres, und Italien gen Toulon verlassen, als der Zoll in ihrem Wagen 40 Kilogramm fand. Nicht Kokain, nicht Heroin, nein, 40 Kilogramm Sand und Steine, außerdem Muscheln. Das genaue Mengenverhältnis ist nicht bekannt. Auch was die 69-Jährige in Frankreich mit dem Strandgut zu tun gedachte, ob sie ihr Badezimmer dekorieren oder ein sehr großes Schmuckkästchen mit Muscheln bekleben wollte, teilten die Behörden nicht mit. Nur, dass die Dame mit einer Geldstrafe zwischen 500 und 3.000 Euro zu rechnen habe. Das Material solle schnell zurück an den Strand Le Saline gebracht werden, wo es die Küste gegen Erosion schützt. Auch den Einsiedlerkrebsen zuliebe ist das Sammeln von Muscheln auf Sardinien verboten. Im Grunde wäre es dem Ökosystem wohl überall dienlich, natürliche Strandbestandteile liegen zu lassen. Doch wer im Urlaub noch nie einen glatt gespülten Stein eingesteckt hat, werfe die erste Muschel.
