Der paraguayische Präsident Santiago Peña ist zurückgetreten. Das Parlament hatte zuvor ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet, nachdem die Insolvenz einer Bank zu Protesten in dem südamerikanischen Land geführt hatte. Er treffe diese Entscheidung mit Blick auf »die Stabilität des Landes, den sozialen Frieden und die Notwendigkeit, demokratische Institutionen zu bewahren«.
Peña wird vorgeworfen, in Unregelmäßigkeiten bei der Kreditvergabe der Ueno-Bank verwickelt zu sein, die zu deren Pleite und damit zu einer Sperrung von Millionen Konten geführt haben sollen. »Mein größter Wunsch ist, dass die Rückzahlung dieser Gelder gewährleistet wird, dass der Einlagensicherungsfonds seinen Zweck erfüllt und dass öffentliche Gelder – ebenso wie die Ressourcen, die allen Paraguayern gehören – geschützt werden«, sagte Peña.
Am Dienstag hatte die Zentralbank begonnen, Ueno abzuwickeln, weil die Digitalbank ihre ausgegebenen Kredite nicht ausreichend mit Eigenkapital decken konnte. Vor Peña hatte sich auch der Vorsitzende der Zentralbank, Carlos Carvallo, von seinen Ämtern zurückgezogen, auf Drängen des Staatschefs. Ihm werden Interessenskonflikte in der Sache vorgeworfen.
Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung verliert Zugang zu Ersparnissen
In der Hauptstadt Asunción kam es nach der Entscheidung der Zentralbank zu Protesten. 2,8 Millionen Kunden verzeichnete die Ueno-Bank im ersten Jahresquartal. Demnach verloren etwa 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung den Zugang zu ihren Ersparnissen.
Peña wurde bei den Demonstrationen aufgefordert, zurückzutreten, und versprach ein Gesetz, »das jedem Sparer so schnell wie möglich das zurückgibt, was ihm zusteht«.
