Der Attentäter von Salman Rushdie muss sich nach seiner Verurteilung wegen versuchten Mordes und Körperverletzung in einem weiteren Prozess wegen Terrorismus verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft Hadi Matar vor, den indisch-britischen Autor 2022 angegriffen zu haben, um eine jahrzehntealte Fatwa auszuführen. Die Fatwa, eine religiöse Anordnung, hatte zur Tötung Rushdies wegen seines Romans »Die satanischen Verse« aufgerufen, den einige Muslime als Blasphemie werteten. Rushdie war bei dem Angriff beinahe getötet worden und wurde auf einem Auge blind. Der inzwischen 79-Jährige hat sich in einem Buch und in Interviews zu dem Angriff geäußert. Matar wurde für den Messerangriff 2025 wegen versuchten Mordes und Körperverletzung verurteilt.
Der neuerliche Prozess findet vor einem Bundesgericht in Buffalo im US-Bundesstaat New York statt, etwa 110 Kilometer vom Veranstaltungsort Chautauqua Institution entfernt, wo Rushdie angegriffen wurde. Der Autor selbst soll in den kommenden Tagen aussagen.
Dem Attentäter droht lebenslange Haft
Laut Staatsanwaltschaft zeigen Schriftstücke und anderes Material, dass der 28-jährige Matar aus Loyalität gegenüber der theokratischen Regierung des Iran und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz agiert hat. Die Fatwa war damals von dem inzwischen verstorbenen geistlichen Führer Ajatollah Ali Chomeini verhängt worden.
Matars Anwalt Nathaniel Barone sagte, die Geschworenen sollten nicht vorschnell urteilen. Die Regierung wisse nicht, worum es Matar bei der Tat gegangen sei und wie dieser damals gedacht habe. Matar hat die Vorwürfe vor dem Bundesgericht zurückgewiesen, darunter transnationaler Terrorismus. Im Falle einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Der in den USA geborene Angeklagte sitzt derzeit eine 25-jährige Haftstrafe wegen versuchten Mordes und Körperverletzung ab.
