Unter anderem in Schulen und am Arbeitsplatz häufen sich in Sachsen-Anhalt Diskriminierungsfälle. Für Verunsicherung sorgt laut Experten auch eine mögliche AfD-Regierung.
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Die Zahl diskriminierender und rassistischer Vorfälle in Sachsen-Anhalt ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Das teitle die Beratungsstelle Entknoten mit, die laut eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2026 bereits 67 Beratungsfälle registriert hat. 2025 sei mit 81 Fällen bereits eine Rekordzahl registriert worden, sagte Berater Aras Badr von Entknoten. Auch die Beratungsstellen Ofek, die Mobile Opferberatung oder die Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt haben im laufenden Jahr einen Anstieg der Vorfälle festgestellt.
»Diskriminierungen passieren in allen Lebensbereichen«, sagte Janine Weidanz von der Antidiskriminierungsstelle. Doch zunehmend treten derartige Vorfälle im Arbeitsumfeld und in der Schule auf. Insgesamt habe ihre Stelle im ersten Halbjahr bereits 87 Fälle registriert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 74 gewesen. Dabei meldeten sich viele Menschen gar nicht, weil sie Angst vor der Öffentlichkeit hätten. So seien die ihnen gemeldeten Zahlen »nur die Spitze des Eisbergs«.
Unsicherheit vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Die Beratungsstellen erlebten zugleich eine zunehmende Unsicherheit bei Betroffenen und Beratern mit Blick auf die Landtagswahl und eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD. Diese hatte die Streichung etlicher Landeszuschüsse und ein rigides Vorgehen gegen Migranten angekündigt. Umso wichtiger seien politische Rückendeckung und eine langfristige finanzielle Absicherung der Fachberatung, hieß es. So schaue etwa das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen »mit Sorge« auf den Ausgang der Wahl.
