Wegen Vorwürfen des Drogenhandels ist ein russischer Politologe verhaftet worden. In den letzten Tagen äußerte er sich mehrfach zur Parlamentswahl in Russland.
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Wenige Tage nach der russischen Parlamentswahl ist der unabhängige Politologe Alexander Kynew in Russland festgenommen worden. Das bestätigte sein Anwalt mehreren russischen Medien und kündigte an, dagegen vorgehen zu wollen. Einem Eintrag auf der Website eines Moskauer Gerichts zufolge wird ihm vorgeworfen, in großem Umfang illegal Drogen hergestellt, verkauft oder abgesetzt zu haben. Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft. Kynew bestreitet laut seinem Anwalt die Vorwürfe.
Kynew ist ein bekannter Politikwissenschaftler, der auf Wahlen und Regionalpolitik in Russland spezialisiert ist. Die Abläufe der Parlamentswahl am vergangenen Wochenende kommentierte er intensiv. Wann genau er festgenommen wurde, war zunächst unklar. Der letzte Post in seinem Telegram-Kanal erschien am Mittwoch und behandelte die Dumawahl.
Im Februar wurde Kynew als »ausländischer Agent« eingestuft. Damit brandmarkt die russische Justiz Menschen und Organisationen, die tatsächlich oder angeblich Geld aus dem Ausland bekommen.
Berichten zufolge hatte Kynew für die inzwischen in Russland verbotene Organisation für Wahlbeobachtung Golos gearbeitet. Er trat immer wieder in unabhängigen Medien auf.
