Ein Haus gekauft haben sie offenbar nicht. Überhaupt scheint der Aufenthalt von Prinz Harry und seiner Frau Meghan mit ihren Kindern in England eher auf Zeit, als auf Dauer angelegt zu sein. Von ihrer Rückkehr ins Königreich gibt es auch einen Tag danach keine Bilder, und auch wo sie die erste Nacht verbracht haben, ist unklar. Das Herzogspaar war am Mittwoch kurz vor Mittag in Birmingham gelandet. Die Familie hatte eigens ein Privatflugzeug beim Unternehmen Planet Nine Private Air gemietet und war vom Flughafen Van Nuys im San Fernando Valley in Kalifornien Richtung England gestartet. Die Kosten für den etwa zehnstündigen Flug sollen sich auf etwa 11.000 Euro pro Stunde belaufen haben, wie es heißt.
Weder das Herzogspaar noch die Königsfamilie hat sich bisher zu der überraschenden Rückkehr geäußert. König Charles III. und auch Thronfolger William halten sich derzeit im Schloss Balmoral in Schottland auf. Der König soll sich über die Rückkehr seines jüngeren Sohns und seiner Enkelkinder, dem sieben Jahre alten Prinz Archie und der fünf Jahre alten Prinzessin Lilibet gefreut haben. Charles wird weiterhin wegen einer Krebserkrankung behandelt, was einer der Gründe sein könnte, warum Harry zurück in seine alte Heimat wollte. Angeblich wünscht sich Charles auch, dass sich William und Harry wieder annähern.
Der Rassismus-Vorwurf steht weiterhin im Raum
Die beiden Brüder sollen seit Jahren nicht mehr miteinander gesprochen haben. William, so heißt es, könne seinem Bruder nicht verzeihen, dass er vor sechs Jahren mit seiner Frau nach Kalifornien gezogen ist und danach immer wieder die Königsfamilie mit Vorwürfen überzogen hat. Unter anderem warf Harry einem nicht näher genannten Mitglied der Familie vor, sich rassistisch über die Hautfarbe seines Sohns Archie geäußert zu haben.
Den Vorwurf erhoben Harry und Meghan erstmals in einem Fernsehinterview mit der amerikanischen Moderatorin Oprah Winfrey im März 2021, indem sie behaupteten, im Vorfeld der Geburt ihres Sohns seien Bedenken geäußert worden, „wie dunkel seine Hautfarbe sein könnte“. Ein Name wurde bis heute nicht genannt, allerdings wird spekuliert, es könnte sich entweder um Vater Charles oder Harrys Schwägerin, Prinzessin Catherine, gehandelt haben.
William und Harry haben sich im August 2024 das letzte Mal gesehen. Bei der Beerdigung ihres Onkels Lord Robert Fellowes in Snettisham in Norfolk hielten sich die beiden im selben Raum auf, wie es heißt. Gesprochen hätten sie nicht miteinander. Öffentlich zusammen gesehen wurden sie letztmals im Mai 2023 bei der Krönung ihres Vaters. Zuletzt gemeinsam aufgetreten sind sie bei der Beerdigung ihrer Großmutter, Königin Elisabeth II., im Jahr 2022. Im Gespräch sah man sie öffentlich zuletzt vor mehr als fünf Jahren, im Juli 2021, als sie im Garten des Kensington-Palasts eine Statue zu Ehren ihrer für ihre Mutter, Prinzessin Diana, enthüllten. Im nächsten Jahr jährt sich ihr Todestag zum 30. Mal, was als Anlass gesehen wird, dass sich die Brüder wieder annähern könnten.

Das Zerwürfnis der beiden soll schon bis zu der Zeit der Hochzeit von Harry und Meghan zurückreichen. William soll damals seinen Bruder gedrängt haben, sich Zeit mit der Heirat zu lassen. Danach sollen Mitglieder des königlichen Hofs gezielt negative Berichte über seine Frau Meghan an die Presse gestreut haben. Der 41 Jahre alte Prinz Harry hatte in seiner 2023 erschienenen Autobiographie „Reserve“ enthüllt, dass Charles seine Söhne während eines Treffens nach der Beerdigung von Prinz Philip im Jahr 2021 angefleht habe: „Bitte, Jungs. Macht mir meine letzten Lebensjahre nicht zur Hölle.“
Harry habe nie aufgehört, seine Heimat zu vermissen
Dennoch heißt es aus dem Umfeld von Harry, er habe „nie wirklich aufgehört, seine Heimat zu vermissen“, nachdem er vor sechs Jahren seine Rolle als hochrangiges Mitglied des Königshauses aufgegeben und das Königreich in Richtung Vereinigte Staaten verlassen hatte. Es heißt, der Herzog vermisse das „Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit“ zu Großbritannien, was er nun auch seinen Kindern vermitteln möchte. Demnach sollen Archie und Lilibet „die Welt verstehen, in der er aufgewachsen ist, und wissen, woher ihre Familie stammt“. Auch die 45 Jahre alte Herzogin von Sussex, die in Los Angeles geboren und aufgewachsen ist, begrüße es, dass sie Archie und Lilibet die Möglichkeit bieten könne, beide Welten zu erleben.
Für die beiden Kinder beginnt schon nächste Woche die Schule in ihrer neuen Heimat. Wo die Familie übergangsweise wohnen wird, ist weiterhin nicht bekannt. Es heißt, Meghan und Harry hätten sich im Juli, als sie erstmals seit vier Jahren Charles und seine Frau Camille mit ihren Kindern Archie und Lilibet auf dem königlichen Landsitz Highgrove House in der englischen Grafschaft Gloucestershire trafen, in der Region nach einem Haus zum Mieten umgesehen. In der Region im Südwesten Englands, den Cotswolds, hatte das Herzogspaar in den Monaten vor seiner Hochzeit schon gewohnt.
Ein Streitpunkt nach Harrys Rückzug aus allen offiziellen königlichen Verpflichtungen im Jahr 2020 war auch der Schutzstatus der Familie Sussex. Mit dem Innenministerium (Home Office) lieferte sich Harry in den vergangenen Jahren einen langwierigen Rechtsstreit über die Sicherheitsvorkehrungen für sich und seine Familie während ihrer Aufenthalte im Königreich. Bisher stand ihnen kein besonderer Schutz zu, diese Regelungen könnten sich nun aber ändern, da sie planen, längerfristig oder sogar dauerhaft in England zu bleiben. An ihrem Haus im kalifornischen Montecito und dem Feriendomizil in Portugal hält das Herzogspaar bis auf Weiteres aber fest.
Auch über die beruflichen Pläne von Harry und Meghan ist wenig bekannt. Harry wird sich weiterhin um seine Invictus Games kümmern, die von ihm 2014 gegründeten internationalen Sportwettkämpfe für kriegsversehrte Veteranen finden im nächsten Juli in Birmingham statt. Und die Herzogin will offenbar wieder als Schauspielerin arbeiten. Angeblich führe sie Gespräche mit dem Regisseur Guy Ritchie, dabei soll es um eine Rolle in der dritten Staffen seiner Serie „The Gentlemen“ gehen.
Am Tag ihrer Ankunft stellte Meghan zudem ein neues Produkt ihrer Marke As Ever vor: einen würzigen Apfelaufstrich („Spiced Apple Butter“). Das Glas mit „Äpfeln aus dem Obstgarten und aromatischen Gewürzen“ wurde am Mittwoch „rechtzeitig für den Herbst“ auf den Markt gebracht, wie es heißt. Und: Das Produkt fange das Versprechen der Jahreszeit ein – „knackige Morgen und das baldige Verfärben der Blätter“.
