
Sie ist der Stadt Frankfurt treu geblieben. Das gilt auch für den Frankfurter Kreisverband der Grünen und für die Bäume und Gehölze, ob in den Parks der Stadt oder im Frankfurter Stadtwald sowieso. Das Herz der Diplom-Biologin Rosemarie Heilig, die von 2012 bis zum Sommer 2024 Frankfurter Umweltdezernentin war, schlägt seit je für die Bäume. Schon ihre Diplomarbeit hat sie über das Waldsterben geschrieben, als in den Achtzigerjahren wegen des sogenannten sauren Regens plötzlich Nadel- und Laubbäume massenhaft abzusterben drohten.
Wie Heilig den gerade zu Ende gegangenen Sommer erlebt haben dürfte, braucht man sich kaum zu fragen. Sie hatte schon 2018 den damaligen Rekordsommer mit damals 36 heißen Tagen – dieses Jahr wurden zwischen Juni und September 40 gemessen – als Zäsur empfunden. Und war in den Folgejahren dann enttäuscht über das von Stadtregierung und Bürgern gemeinsam Erreichte. „Wir handeln zu langsam.“ Dabei hatte sie 2023 ein neues, eigenständiges Klimareferat gegründet, um die städtischen Förderprogramme wie „Frankfurt frischt auf“, mit dem die Begrünung von Dächern, Höfen und Fassaden gefördert wird, zu bündeln.
Offenbar hat ihr deutlicher als anderen vor Augen gestanden, was auf Frankfurt zukommt, wenn Hitze und Trockenheit weiter zunehmen. „In Frankfurt wird es bald Klimaverhältnisse geben, wie man sie aus Mailand kennt“, hat sie bei ihrem Abschied im Römer gesagt.
In Heiligs Amtszeit hat die Stadt Frankfurt erstmals wieder neue, größere Parks eröffnen können, etwa den insbesondere bei Sportlern äußerst beliebten Hafenpark am nördlichen Mainufer, im Schatten der Europäischen Zentralbank. Später kam der Rennbahnpark in Sachsenhausen hinzu, der auf einem Teil der früheren Galopprennbahn angelegt worden ist. Besonders stolz ist Heilig stets darauf gewesen, dass es ihr gelungen ist, den Frankfurter Grüngürtel unangetastet zu erhalten und gegen alle Begehrlichkeiten zu verteidigen, die Flächen doch noch für Bauprojekte zu nutzen.
Als Gesundheitsdezernentin, die sie in ihren ersten sechs Amtsjahren auch war, hat sie nicht nur für das Klinikum Frankfurt Höchst als eines der ersten Krankenhäuser in Passivhausbauweise in Deutschland gekämpft, sondern später auch den Verbund des städtischen Hauses mit den Kliniken des Main-Taunus-Kreises initiiert.
Und heute? Heilig ist niemand, die die Füße lange stillhält. Sie singt weiter in ihrem Chor, so wie sie es während ihrer gesamten Amtszeit getan hat. Wenn es in ihrer Partei wichtig wird, ist sie bei Kreisversammlungen präsent. Die Fäden für die Umweltpolitik in der Stadt aber ziehen inzwischen andere.
