Zucchini? Was heute zu den unbestrittenen Standards jeder Gemüseabteilung im Supermarkt und jedes Gemüsestandes auf dem Wochenmarkt gehört, war für die Nachkriegsgeneration eine kleine Sensation. Auf ihren ersten Italien-Reisen irgendwann in den Sechziger- und Siebzigerjahren haben viele Deutsche die länglichen grünen und gelben Zapfen zum ersten Mal gesehen – und zunächst meistens für Gurken gehalten. Das überall feilgebotene Gemüse sah so ganz anders aus als die dicken, pickligen Landgurken daheim, und es schmeckte auch anders, irgendwie exotisch. Aber das waren für deutsche Augen damals ja auch die vielen bunten Märkte, die die Besucher aus dem Norden zum Staunen brachten und dazu beitrugen, dass „Bella Italia“ zum Sehnsuchtsland der Deutschen wurde.

Heute gibt es Zucchini, die tatsächlich zu den Kürbisgewächsen gehören und mit Gurken botanisch nichts zu tun haben, auch hierzulande an jeder Ecke und in praktisch jedem Garten, in verschiedenen Farben und Formen. Die Zucchini ist wie die Tomate zur Gemüse-Massenware geworden und hat das wohl nicht zuletzt ihrer unerhörten Vielseitigkeit in der Küche zu verdanken. In Italien gibt es praktisch in allen Regionen zahllose Zucchini-Rezepte. Und auch in den modernen vegetarischen und veganen Küchen hat sie längst einen festen Platz.
Die Autorin Sarah Tischer hat der Zucchini nun ein ganzes Buch gewidmet: 170 Seiten, die sich um nichts anderes drehen als ihr Lieblingsgemüse. Darin hat sie mehr als 70 Rezepte versammelt, die auch Teil ihres vegetarischen Repertoires in ihrer „Black Forest Lodge“ sind, einer kleinen Herberge für Sporturlauber und Naturliebhaber im nördlichen Schwarzwald.
Nach ein paar Seiten mit einer kurzen Warenkunde, Tipps zu Anbau und Ernte und Hinweisen zur Lagerung und Haltbarkeit breitet Tischer ihr Œuvre aus: von einfachen Snacks, Aufstrichen und Suppen wie Zucchini-Chips oder „Zucchini sin Carne“ über Vorspeisen wie zum Beispiel Zucchini-Röllchen mit Spinat-Ricotta-Füllung bis zu Hauptgerichten aus Topf, Pfanne und Ofen wie etwa Pasta mit Zucchini-Carbonara oder Zucchini-Flammkuchen. Das alles ist keine innovative Spitzenküche, eher vegetarische Hausmannskost, leicht verständlich und nachvollziehbar beschrieben, aber mitunter auch in etwas sehr biederem Ton präsentiert.
Wer simple, alltagstaugliche Rezepte für seine üppig sprießenden Zucchini-Beete sucht, der wird sie in dem im Landwirtschaftsverlag erschienenen Band finden. Wer ganz neue und vielleicht anspruchsvollere Zucchini-Wege beschreiten möchte, der wird dagegen enttäuscht.
Sarah Tischer: „Zucchini“, Landwirtschaftsverlag, Münster 2026, 176 Seiten, 24 Euro.
