
Einen Versuch zur Rettung des in Mecklenburg-Vorpommern gestrandeten Wals wird es am Sonntag nicht mehr geben. Der Wasserstand sei gestiegen, was ein Anbringen der Pontons und ein Begleiten des Wals wie geplant unmöglich mache, sagte Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, der Deutschen Presse-Agentur.
Dem Team seien die Hände gebunden. „Hätten wir gestern wunderbar machen können.“ Gunz sieht den derzeit laufenden Rettungsversuch vor Poel wieder bei Stunde null. „Gestern hätten wir die richtige Wasserhöhe noch gehabt“, sagte er. „Heute haben wir plötzlich 70 Zentimeter mehr.“
Das sei eine ganz andere Situation. Der Wal registriere vollumfänglich, dass er völlig frei sei. Daher sei die Frage, „ob sich dieser Wal noch geleiten lässt“. Das lang erdachte Konzept sei so nicht durchzusetzen. „Jetzt sind wir quasi irgendwo Stunde null.“ Gunz beklagte zugleich Verzögerungen durch Bürokratie, „die uns eineinhalb bis zwei Tage zurückgeworfen haben“. „Jetzt brauchen wir ein Wunder“, sagte Gunz. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) wies in einem Statement auf Poel am Sonntag Verzögerungen seitens der Behörden zurück. Sie reagierten schnell und flexibel, sagte er.
Der Plan sah vor, eine Plane unter den Wal zu ziehen und diese an Pontons zu befestigen, die wiederum von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. So sollte das Tier in die Nordsee und möglichst sogar bis in den Atlantik transportiert werden. Die Vorbereitungen dafür laufen seit Donnerstag. Die Plane ist nach Behördenangaben bereits im Wasser, der Wal kann sie demnach sehen. Am Sonntag wurde zudem eine Rinne vom tieferen Wasser in Richtung Wal hergestellt, indem Schlick weggesaugt wurde.
Für den Fall, dass der Wal sich selbst freischwimmt, verwies Constanze von der Meden von der Rettungsinitiative auf einen Plan B. „Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können.“
