Wenn ich reise, dann mit leichtem Gepäck. Ich habe keine Lust, am Gepäckband des Flughafens auf einen Koffer zu warten. So machen es viele – wenn sie ein Wochenende wegfahren. Aber mich fragen Freunde häufig, wie ich es schaffe, mit einem Tagesrucksack auf dem Rücken drei Wochen durch Mexiko zu tingeln und dann doch auf jedem Urlaubsfoto ein anderes Outfit zu zeigen. Die Zauberformel lautet: Planen, Materialien, Packsäcke. Und dann ist da noch ein Extra für längere Reisen. Basis ist ein kompakter Rucksack.

Schritt eins: Ich plane meine Outfits. Was habe ich vor? Was trage ich dabei? Wichtig ist Flexibilität und Vielseitigkeit: Alle Teile sollten für verschiedene Aktivitäten passen und kombinierbar sein. Ein T-Shirt geht sowohl zu den eingepackten Shorts als auch zur langen Hose, die ich auf der Anreise trage. Ein Kleid wird mit Pulli darüber zu einem Rock. Mit geöffneter Knopfleiste wird daraus ein lässiger Überwurf mit Shorts und Oberteil. Meine Erfahrung zeigt, dass man die meisten Sachen zwei- oder dreimal anziehen kann. Neu kombiniert, fällt das kaum auf. Das klobigste Paar Schuhe trage ich stets zur Anreise. Im Rucksack findet sich dann noch Platz für schmale Sandalen (wer auf Absätze verzichtet, spart noch mehr Platz).
Schritt zwei: die Materialfrage. Ja, wir reden über Funktionskleidung. Aber solche, der man es nicht ansieht. Das beste Material ist Merinowolle. Die ist leicht, geeignet für warme und kalte Temperaturen, und man braucht sie meist nicht einmal zu waschen, sondern kann sie abends auslüften. Aus Merino gibt es inzwischen fast alles, und in schönen Designs. Geht es in warme Gefilde, finde ich auch dünne Baumwolle oder Seide toll.
Schritt drei: das Packen selbst. Rollen Sie Ihre Kleidung in kleine, feste Päckchen, die Sie in Packsäcke schichten. Aus dem Packsack drückt man am Ende die Luft heraus und spart so viel Volumen. Kleiner Zusatztipp: Wenn ich länger als anderthalb Wochen unterwegs bin, lasse ich meine Sachen einmal in einer Wäscherei waschen. Das geht in fast allen Ländern superschnell und kostet wenig. Zur Not tut es auch mal eine Tube Rei.
All das geht natürlich nur, wenn man ohne Kleinkinder reist, denn die brauchen einen Haufen Dinge. Und wenn man keine Spezialausstattung benötigt. Wobei ich mit meinem Tagesrucksack auch in den Skiurlaub gefahren bin (und Ski ausgeliehen habe), oder einen Pferdetrail durch die Karpaten unternommen habe. Den Reithelm habe ich außen an den Rucksack geclippt.
