Donald Trump war zum Besuch des Nato-Gipfels kaum in Ankara gelandet, da lobte er den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan bereits in höchsten Tönen: Er sei ein hervorragender Staatsmann, unter seiner Führung sei die Türkei ein sehr starkes Land geworden, der Flugplatz sei schön, die Straßen großartig.

Nur wenige Stunden zuvor lief die Verhandlung gegen den ehemaligen Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu, den mutmaßlich aussichtsreichsten Kontrahenten Erdoğans bei der Präsidentschaftswahl, dem 2.430 Jahre Haft drohen. Er hatte Istanbul von Erdoğans Partei zurückgewonnen; kurz bevor er seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl verkündete, war er verhaftet und bald in die Haftanstalt Silivri verbracht worden.