
Der von US-Präsident Donald Trump geplante Raketenabwehrschirm Golden Dome für Amerika könnte weitaus teurer werden als ursprünglich veranschlagt – und bei heftigen Angriffen an seine Grenzen stoßen. Das geht aus einer neuen Analyse des Congressional Budget Office des US-Kongresses, der überparteilichen Haushaltsbehörde, hervor. Demnach könnten sich die Kosten des Golden Dome auf etwa 1,2 Billionen Dollar über einen Zeitraum von 20 Jahren belaufen; das Pentagon sprach zuletzt von einer Summe von 185 Milliarden Dollar bis 2035.
Trump hatte die Entwicklung einer umfassenden Raketenabwehr, die ganz Amerika schützen soll, zu Beginn seiner zweiten Amtszeit in Auftrag gegeben. Der Golden Dome soll nach dem Willen des Präsidenten bis 2028 mit Verteidigungssystemen am Boden und im Weltraum Hyperschallraketen, ballistische Raketen und fortschrittliche Marschflugkörper abwehren können und eine Trefferquote von fast 100 Prozent erreichen.
Das Congressional Budget Office kommt zu einer anderen Einschätzung: Zwar wäre die geplante Raketenabwehr weitaus leistungsfähiger als die bisherige Verteidigung der USA und könnte Amerika vor limitierten Angriffen aus Ländern wie Nordkorea schützen. Aber: Golden Dome „wäre weder ein undurchdringlicher Schild noch in der Lage, einen großangelegten Angriff, wie ihn Russland oder China möglicherweise starten könnten, vollständig abzuwehren“.
Golden Dome orientiert sich am „Star Wars“-Programm
Trumps Vorhaben orientiert sich am berüchtigten „Star Wars“-Programm von Ronald Reagan, das aufgrund hoher Kosten und technischer Herausforderungen nie vollendet wurde. Im Kalten Krieg sollten unter anderem mit im Orbit stationierten Lasern sowjetische Interkontinentalraketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 Kilometern abgefangen werden.
„Wir werden die Arbeit, die Präsident Reagan vor 40 Jahren begonnen hat, zu Ende führen“, sagte Trump. So sind auch für den Golden Dome Abfangraketen, Laser und Sensoren vorgesehen, die mit Satelliten in den Weltraum gebracht werden sollen. Der Golden Dome soll auch Interkontinentalraketen aus Russland oder China sowohl in der Start- als auch in der Endphase, also beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, abfangen können. Diese Raketen fliegen in einer hohen ballistischen Kurve.
Das Congressional Budget Office geht jedoch davon aus, dass 7800 weltraumgestützte Abfangsysteme nötig wären, um sich gegen lediglich zehn simultane Angriffe mit Interkontinentalraketen verteidigen zu können. 60 Prozent der geschätzten Kosten würden demnach auf die Entwicklung, Stationierung und Wartung der Abfangeinheiten im Weltraum entfallen: im Schnitt 22 Millionen Dollar pro System, die außerdem ungefähr alle fünf Jahre ersetzt werden müssten. „Etwa 30.000 Satelliten wären erforderlich“ – für eine Spanne von 20 Jahren.
Die Behörde weist jedoch darauf hin, dass es sich aufgrund fehlender Details über die Architektur des Golden Dome nur um eine hypothetische Rechnung handele. Sie basiere auf den geplanten Fähigkeiten, die Trumps Dekret von 2025 vorsieht. Das Pentagon wies den Bericht zurück. „Sie machen keine Schätzungen zu dem, was wir bauen“, sagte General Michael Guetlein, der das Golden-Dome-Projekt leitet. Die Annahmen der Behörde stützten sich auf Technologien, die Anfang der Zweitausenderjahre „für einen anderen Kampf“ konzipiert worden seien. „Das ist nicht das, was wir für das Heimatland brauchen.“
