Um unsere religiöse Bildung bemüht zeigt sich diese Woche die „Bild“-Zeitung. Anlässlich neuer geologischer Untersuchungen in der Türkei behauptet sie: „So könnte die Arche Noah ausgesehen haben.“ Das Bild dazu geliefert hat nicht Gott, sondern seine fesche Stellvertreterin auf Erden, die KI. Zu sehen ist ein Holzkahn, auf dessen Oberdeck Elefanten, Giraffen, Zebras und Pferde stehen. Im Unterdeck findet sich allerhand Federvieh, es scheint da klare Hierarchien zu geben. Offen bleibt, wie Noah das Dilemma mit den Raubtieren gelöst hat; es ist kein einziges zu sehen.
Neugierig geworden, haben wir gleich selbst ein KI-Bild der Arche erstellen lassen, bei dem stand das Löwenpärchen dann – noch – einträchtig inmitten der Antilopen. Irritierenderweise fanden sich auf dem Bild zweieinhalb Giraffen, eine davon mit drei Hörnern. Ganz bibelfest scheint uns diese Superintelligenz noch nicht zu sein.
Fehler kriegt „Bild“ freilich auch ohne KI hin, und immerhin korrigiert sie die stetig. In einer Bildunterschrift räumt sie ein, habe sie von einer „Dauebaustelle“ geschrieben, „es fehlt ein ,r‘“. Wo genau, schreibt sie nicht, sodass sich nun der eine oder andere „Bild“-Leser fragen dürfte, ob es „Dauebaurstelle“ heißen sollte, „Dauebausteller“ oder was auch immer. Die Mehrzahl der Leser sollte aber clever genug sein und auch mit komplizierten Begriffen zurechtkommen wie Bauerndarstellern oder Staubdauerstellen. Von Letzteren gibt es leider einige in unserer Wohnung.
Eine sehr enge Bekannte
Interessante Begriffe werden bisweilen herangezogen, um Beziehungen zu beschreiben. Schauspieler Ralf Moeller, 67, bezeichnet die 25 Jahre junge Dame, die ihn aufs Oktoberfest begleitete, laut „Bild“ als „sehr enge Bekannte“. Nicht als sehr enge Freundin, wohlgemerkt, sondern als Bekannte – allerdings keine entfernte Bekannte, sondern eine, wie ein Foto von der Wiesn belegt, sehr nahe. Etwas ungehörig wiederum finden wir, dass „Bunte“ die 27 Jahre junge Partnerin von Lothar Matthäus, 65, „seine aktuelle Freundin“ nennt, obwohl sie schon mehr als ein Jahr zusammen sind.
Noch frisch verpartnert ist Schauspielerin Dakota Johnson, deren Beuteschema offenbar Musiker mit blöden Namen sind: „Bunte“ zufolge ist sie nach ihrer Trennung von Role Model jetzt mit Machine Gun Kelly liiert. Sollte sich Johnson mal in Deutschland umschauen, kämen Campino und Olaf der Flipper infrage.

Wie Johnsons Kollegin Christine Neubauer ihrem Liebsten José begegnete, dürfen wir in „Bunte“ lesen. Bei einem Nachtdreh in Chile habe der Regisseur die Idee gehabt, „dass eine Katze neben ihr ins Bild springen sollte“. Neubauer erzählt: „José stand die ganze Nacht neben mir mit der Katze und schubste sie immer wieder in die Szene. So haben wir uns kennengelernt.“ Eine solche romantische Erinnerung dürften nicht viele Paare teilen: Weißt du noch, mi amor, wie du damals so schön die Katze geschubst hast? Seit Kurzem ist Neubauer mit dem Katzenschubser verheiratet.
Reich und bodenständig
Auf Mallorca, wo das Paar lebt, wirkt auch der fernsehbekannte Immobilienmakler Marcel Remus, der in „Bunte“ versichert: „Je erfolgreicher ich werde und je mehr Geld ich verdiene, desto bodenständiger werde ich.“ Bodenständigkeit streben auch wir unbedingt an, dummerweise aber verdienen wir viel zu wenig.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Wir sind auch einfach nicht vielseitig genug. Schon gar nicht im Vergleich mit Angela Roy, 69, die laut Wikipedia nicht nur Schauspielerin und Regisseurin ist, sondern staatlich geprüfte Übersetzerin – und damit nicht genug: „Dieses Jahr habe ich zum Beispiel eine Ausbildung zur Beckenboden-Fitness-Trainerin gemacht“, teilt sie „Frau im Spiegel“ mit. „Seit zwei Jahren bin ich zudem Fachberaterin für Dachbegrünung.“ Beeindruckend: Wo andere auf die Rente mit 63 bestehen, bildet sich Roy von oben bis unten weiter und sorgt dafür, dass es nirgends rein- oder rausregnet.
Apropos: „Kate & William – Gift im Trinkwasser! Warum sie plötzlich solche Angst um ihre Kinder haben“, lautet die Titelstory der „Aktuellen“. Darauf muss man auch erst mal kommen: eine Recherche der Journalistin Annette Dittert über die offensichtlich verheerende Privatisierung der britischen Wasserwirtschaft nebst ihrer Aussage, man solle das dortige Leitungswasser meiden, auf die Royals zu drehen. Dass in ihrer Lodge „eine Gefahr aus dem Wasserhahn lauern könnte – das ahnt die Familie womöglich gar nicht“, schreibt „Die Aktuelle“. Moment mal, angeblich hat sie doch „solche Angst“?
Nicht minder bescheuert ist, womit „Freizeit heute“ aufmacht: „Es wäre DIE Sensation des Jahres! Christian & Bettina Wulff – Ein Baby der Liebe?“ Bei Bettina Wulff, 52, hat sie nämlich Folgendes festgestellt: „Die ehemalige First Lady trägt einen dicken Pulli oder eine voluminöse Jacke. Klar, das macht Sinn auf Sylt, ihrer neuen Wahlheimat, wo der Wind pfeift. Aber ist das der einzige Grund? Oder gibt es da vielleicht etwas zu verstecken?“ Eine Frage, die sich nun, wo die kühleren Tage kommen, sämtliche gut 42 Millionen Frauen in Deutschland werden stellen lassen müssen: Ist euch wirklich kalt, oder habt ihr etwas zu verstecken?
