Der Caritas-Verband hat vor steigenden Kosten für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige durch die Reform der Pflegeversicherung gewarnt. »Bei der stationären Pflege muss die Ministerin dafür Sorge tragen, dass die finanzielle Belastung für die Pflegebedürftigen nicht noch weiter steigt«, sagte Verbandspräsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Die Bundesregierung plant eine Pflegereform, deren Vorschläge umstritten sind.
Welskop-Deffaa verwies auf Vorschläge aus dem Gesundheitsministerium, welcher vorsieht, die Eigenanteile erst nach 18 Monaten Aufenthalt in einer Einrichtung zu senken statt bisher nach 12 Monaten. »Das würde zwar der Pflegeversicherung kurzfristig Kosten ersparen, dauerhaft aber das Stufenmodell der Entlastung diskreditieren, das schon heute vielen als ungenügend gilt«, sagte die Caritas-Chefin. Auch könnte eine Neuregelung den Anreiz erhöhen, vorhandenes Vermögen vor Eintritt des Pflegefalls an Kinder und Enkel zu verschenken.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte in der Rheinischen Post zuletzt von einer drohenden Finanzlücke von 22,5 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren gesprochen. Bis Mitte Mai will die CDU-Politikerin Vorschläge für eine Pflegereform vorlegen, um die Finanznot der Kassen zu lindern.
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