
Es gibt wenige Menschen in dieser Stadt, die Frankfurt aus noch mehr Perspektiven kennen als Petra Tursky-Hartmann. Geboren 1960 im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach, hat sie die Mainmetropole zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht. Und von diesem Mittelpunkt aus schlägt sie einen weiteren Radius, thematisch und räumlich.
Zum Beispiel hoch über den Wolken: In den Jahren zwischen 1980 und 1992 war sie als Flugbegleiterin bei der Deutschen Lufthansa auf den Flugzeugtypen B747, B727 und A320 unterwegs. Aber schon damals war da mehr. Die Lust am Schreiben, die sie schon durch die Schüler- und Abizeitung getragen hatte, blieb. „Tipps von der Strecke“ schrieb sie für ihre Lufthansa-Kollegen. Und ein Studium folgte nebenher. Tursky-Hartmann interessierte sich für Publizistik, Soziologie und Ethnologie in Mainz. Abgeschlossen hat sie die Zeit erfolgreich mit einer Magisterarbeit über die Berichterstattung zum Thema Abtreibung im „Spiegel“. Und dann zog es sie in eine andere Welt – die der Medien und der Politik.
Tiefe Wurzeln in der Sozialdemokratie
Ihre Familie hatte tiefe Wurzeln in der deutschen Sozialdemokratie, insofern war es für sie keine Frage, welche Partei es sein sollte. Sie leitete das Wahlkreisbüro der Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordneten Gudrun Schaich-Walch, sie arbeitete als Referentin beim SPD-Parteivorstand in Berlin und als Parlamentarische Referentin für Medienpolitik, Internet und Öffentlichkeitsarbeit der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag. Das Interesse am ganz Neuen kam nie zu kurz. Sie baute für die SPD den virtuellen Ortsverein auf, war für den Internetauftritt spd.de zuständig, kann Geschichten aus dem Willy-Brandt-Haus erzählen, die man noch nie gehört hat.
Eine berufliche Karriere außerhalb der Politik gab es aber auch. In der Kommunikationsbranche lieh sie als Pressesprecherin der Terminal for Kids gGmbH („mein Herzensprojekt“) sowie der Medical Airport Service GmbH den Unternehmen ihre Stimme. Und seit 2024 bringt sie ihr Netzwerk als Beauftragte des Vorstands in den Frankfurter Presseclub ein. Doch die Mutter zweier Söhne hat so viele kreative Seiten, dass man ihr mit der Hast durch den Lebenslauf nicht ansatzweise gerecht wird.
Und dann noch der „Salon Schaub“
Wenn der politische und kommunikative Alltag ruht, greift sie zur Feder. Zum Teil unter dem Pseudonym „Hanna Hartmann“ hat sie sich mit Krimis einen Namen gemacht. Worum es da geht? Lokalkolorit mit brisanten Themen, vom Flughafen-Schmuggel bis hin zum Cum-Ex-Skandal, zu verweben. Ihre Leidenschaft für den Austausch von Ideen und Argumenten lebt sie aber nicht nur auf dem Papier und im Presseclub aus. Seit 2016 ist sie Gastgeberin des „Salon Schaub“, einer diskursiven Plattform in ihren Räumen („20 Leute im Wohnzimmer“), die für Lesungen und Debatten geschätzt wird.
Tursky-Hartmann ist Mitglied der Eintracht Frankfurt, der Arbeiterwohlfahrt, dem Frankfurter Badeschiff (das politisch in der Stadt allerdings noch nicht andocken konnte, weshalb die Vereinstätigkeit auf Eis liegt) und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Wer so vielfältig engagiert ist, fit genug für das DOSB-Sportabzeichen („mein jährlicher TÜV-Check“) und gleichzeitig so gut vernetzt, ist mehr als nur eine Beobachterin. Petra Tursky-Hartmann ist ein Frankfurter Gesicht.
