Bei der Parlamentswahl in Schweden ist der Ausgang noch ungewiss. Die von den Sozialdemokraten angeführte linksgerichtete Opposition kam am frühen Montagmorgen nach Auszählung fast aller Stimmen auf 175 Sitze im Parlament. Auf die Mitte-Rechts-Koalition von Regierungschef Ulf Kristersson entfielen demnach 174 Sitze.
Wie die Wahlbehörde am Morgen bekannt gab, kam die Partei von Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson auf 28,1 Prozent. Die konservative Partei von Regierungschef Ulf Kristersson folgt mit 19,9 Prozent. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten kamen den Zahlen zufolge auf 17,6 Prozent und müssen damit voraussichtlich zum ersten Mal überhaupt bei einer Parlamentswahl Einbußen hinnehmen. 2022 hatten sie 20,54 Prozent erreicht. Die Linkspartei kommt derzeit auf 8,2 Prozent, die liberale Zentrumspartei auf 7,1 Prozent und die Grünen auf 6,1 Prozent der Stimmen.
Welches politische Lager am Ende eine Mehrheit der 349 Sitze im schwedischen Reichstag für sich beanspruchen kann, wird sich erst noch zeigen. Ein klarer Wahlsieger könnte aufgrund des engen Rennens erst am Mittwoch feststehen, wenn die letzten Stimmen von Schwedinnen und Schweden aus dem Ausland und spät abgegebene Briefwahlstimmen ausgezählt worden sind.
Lange Verhandlungen möglich
Unabhängig davon, welches Lager am Ende gewinnt, stehen den Schweden komplizierte Regierungsverhandlungen bevor. Sollte die linke Opposition vorne liegen, wird wegen teils sehr unterschiedlicher Positionen der vier Parteien allerdings mit längeren Verhandlungen gerechnet. Vor der Wahl hatte die Vorsitzende der Zentrumspartei gesagt, ihre Partei würde eher Neuwahlen in Kauf nehmen, als eine Regierung unter Beteiligung der Linken.
Kristersson wiederum führte bisher eine Minderheitsregierung an, die im Parlament auf Stimmen der Schwedendemokraten angewiesen ist. Vor vier Jahren war es zum Tabubruch gekommen, als die Rechtspopulisten nach der Wahl als Mehrheitsbeschaffer der konservativen Regierung von Ulf Kristersson auftraten. Diesmal könnten sie erstmals Teil einer Regierung werden. Kristersson stellte den Rechtspopulisten bereits Schlüsselposten in Aussicht, sollte er erneut regieren.
Rund acht Millionen Schwedinnen und Schweden durften abstimmen. Lange vor der Wahl hatte die Opposition in Umfragen weit vorn gelegen. Kurz vor dem Wahltermin hatte sich aber doch ein enges Rennen abgezeichnet. Themen im Wahlkampf waren unter anderem der Umgang mit Migration, Bandenkriminalität sowie eine Verschärfung des Strafrechts.
