
Die Polizei hatte die Ermittlungen „wegen ihrer Aktionen zur Unterstützung einer politischen Sache und des Entfaltens einer ausländischen Flagge“ aufgenommen. Der südostasiatische Inselstaat, der für seine scharfe Gesetzgebung bekannt ist, geht streng gegen öffentliche Parteinahme in dem seit 2023 schwelenden Gaza-Konflikt vor. Anfang dieses Jahres hatte ein Gericht gegen mehrere Personen Geldstrafen verhängt, weil diese einen Marsch abgehalten hatten, mit dem sie auf die Lage im Gazastreifen aufmerksam machen wollten.
Die Thematisierung des Konflikts wird in dem Vielvölkerstaat als Gefährdung des Miteinanders zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen und Ethnien gesehen. „Der Frieden und die Harmonie zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen und Religionen in Singapur sollten nicht als selbstverständlich angesehen werden“, hieß es in einer Mitteilung der Polizei vom Freitag. „Und wir dürfen nicht zulassen, dass äußere Ereignisse unsere Gesellschaft beeinflussen.“ Berichten zufolge hatte die Band vor dem Konzert den entsprechenden Auflagen zunächst zugestimmt.
Die Musiker aus dem britischen Bristol, die in den Neunzigerjahren mit den Hits „Unfinished Sympathy“ und „Teardrops“ berühmt geworden waren, sind für ihre politische Haltung bekannt. Der BBC zufolge war ein Bandmitglied Anfang des Jahres nach einer Demonstration in London festgenommen worden. Dort soll er seine Unterstützung für „Palestine Action“ bekundet haben, eine in Großbritannien verbotene Organisation. Bei dem Konzert in Singapur hatte die Band auch Sachverhalte wie digitale Überwachung und den Irankrieg thematisiert.
