Ein weiterer Rettungsversuch für den gestrandeten Wal soll heute beginnen. Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist geplant, Schlick unter dem Tier wegzuspülen und es mit einem Luftkissen schonend anzuheben. Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und, wenn alles gut geht, am Freitag von einem Schlepper bis in die Nordsee und den Atlantik gezogen werden.
Für die Umsetzung und Finanzierung ist eine private Initiative verantwortlich, hinter der MediaMarkt-Gründer Walter Gunz und die aus dem Pferdesport bekannte Unternehmerin Karin Walter-Mommert stehen. »Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet« sagte Gunz der Nachrichtenagentur dpa.
Der Unternehmer teilte mit, es sei nicht garantiert, dass der Versuch gelinge – zumal der Wal gesundheitlich angeschlagen sei und es unklar sei, ob man ihn ausreichend aktivieren könne. Über die erwarteten Kosten der Aktion gab der MediaMarkt-Gründer an, die Dimension nicht abschätzen zu können. Das Ganze werde »schon nicht hundert Millionen kosten«, sagte er. »Die Leute denken immer zu viel an Geld.«
Rettungsversuche waren eingestellt worden
Schon seit Wochen steckt der Wal immer wieder in der Ostsee fest, seit dem 31. März liegt der Buckelwal in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor Poel. Zahlreiche Rettungsversuche waren gescheitert. Mehrere Pläne für Rettungsaktionen wurden zudem abgelehnt, weil sie Fachleuten zufolge noch mehr Stress und Leid für den Wal bedeutet hätten. Experten hatten zuletzt erklärt, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden. Es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen.
Am 7. April entschied Mecklenburg-Vorpommers Umweltminister auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens, keine Rettungsversuche mehr zu unternehmen. Mehrere Initiativen hatten gegen die Entscheidung protestiert. Am Mittwoch kündigte Backhaus bei einer Pressekonferenz in Schwerin dann eine Kehrtwende an und genehmigte das privat organisierte Rettungskonzept.
Den Angaben zufolge soll der Bereich unter den Brustflossen des Wals, den Flippern, zunächst frei gespült werden. Anschließend soll das Tier mithilfe von Luftkissen angehoben und eine Plane unter das Tier geführt werden. Auf dieser zwischen zwei Pontons gespannten Plane soll der Wal dann abtransportiert werden. Ein Schlepper soll die beiden Pontons ziehen.
»Er ist nicht aktiv, er ist erst recht nicht agil, aber er zeigt, dass da Leben noch drinsteckt«, sagte Backhaus. Womöglich sei also eine Rettung möglich. Er sei zwar noch vorsichtig, aber »doch ziemlich glücklich« über die neue Situation, sagte der Minister. Das Vorhaben sei in seiner Form nach seiner Kenntnis einzigartig.
