
Der GBA entscheidet als Selbstverwaltung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unter anderem darüber, welche medizinischen Leistungen von den Kassen übernommen werden und welche Mindeststandards Krankenhäuser erfüllen müssen. Obtendrenk gilt als aussichtsreichste Kandidatin, muss allerdings zunächst von mehreren Gremien bestätigt werden.
Aus dem Gesundheitsministerium in Wiesbaden heißt es auf Anfrage der F.A.Z., der mögliche Wechsel Obtendrenks sei eine „persönliche Chance“ für die „ausgewiesene Expertin“. Man begrüße es, dass Experten aus Hessen so wichtige Aufgabe übernähmen.
Opposition befürchtet „große Lücke“ im Ministerium
In Hessen suchte man zum Start der Landesregierung 2024 nach einer fähigen Hausleitung, die man der bislang recht unerfahrenen Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) an die Seite stellen konnte. Stolz war zuvor Beigeordnete im Kreis Bergstraße in Südhessen und Vorsitzende der Frauenunion. Kritik an ihr gab es zeitweise auch in der CDU. Relativiert wurde sie mit Verweis darauf, dass Obtendrenk das Ministerium als Staatssekretärin im Zweifel zuverlässig führe. Obtendrenk hatte zuvor Erfahrung im Bundesgesundheitsministerium gesammelt.
Die Opposition im Hessischen Landtag reagierte besorgt auf den Weggang Obtendrenks. Sie habe bislang die fachliche Schwäche der Ministerin ausgeglichen. „Wenn jetzt die Expertise aus dem Ministerium verschwindet, dann hinterlässt das eine große Lücke bei all den wichtigen Reformvorhaben, die jetzt umgesetzt werden sollen“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Kathrin Anders, der F.A.Z. Die Gesundheitsministerien der Länder müssen die geplante Notfall- und Krankenhausreformen in ihrer Zuständigkeit zur Anwendung bringen.
