
Die Marke „Pokémon“ wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Am Mittwoch bringt sie nun spezielle Sammelkarten-Sets auf den Markt, für die sich Fans vorab extra registrieren müssen. Und die Begeisterung um das Sammelkartenspiel scheint nicht zu sinken: Alle sieben Sekunden wird eine Pokémon-Karte auf dem Live-Shopping-Marktplatz Whatnot verkauft. Knapp 39 Prozent der Angehörigen der Generation Z in Deutschland verbinden das dreißigjährige Bestehen von Pokémon nach Angaben der Plattform mit Erinnerungen an das Kartensammeln in ihrer Kindheit.
Ist der nun neu angefachte Hype auch ein Grund für Anleger, einen genaueren Blick auf die Nintendo-Aktie zu werfen? Der japanische Spielehersteller vertreibt Pokémon und ist an The Pokémon Company beteiligt, einem Gemeinschaftsunternehmen mit den Videospielentwicklern Creatures und Game Freak, das die Marke Pokémon entwickelt und vermarktet.
Nintendo: 24 von 33 Analysten empfehlen zum Kauf
Der Zwölfmonats-Zielkurs für die Aktie von Nintendo liegt laut dem Finanzinformationsdienstleister Bloomberg bei 9861,25 Yen – rund 19,3 Prozent über dem zuletzt angezeigten Kurs von 8268 Yen. 24 von 33 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, sieben zum Halten und zwei zum Verkauf. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 22,6.
Die Analysten von J.P. Morgan sind für Nintendo trotz der jüngsten Kursschwäche optimistisch. Sie stufen die Aktie mit „Overweight“ ein und hoben ihr Kursziel für Dezember 2027 von 10.000 auf 12.800 Yen an. Ihre Zuversicht stützt sich nicht allein auf die Spielekonsole Switch 2 oder einzelne Blockbuster. „Nintendo strebt ein stabiles langfristiges Wachstum an, das von einer breiten Palette an Titeln getragen wird und nicht allein von großen Spielen abhängt“, schreiben die Analysten Junko Yamamura und Ryo Nakagawa. Zwischen 2026 und 2030 könnte der operative Gewinn demnach im Schnitt um 15,5 Prozent im Jahr wachsen – deutlich stärker als in der Branche.
Speicherpreise sorgt Branche
Wie groß der Druck auf das Konsolengeschäft indes ist, zeigen Verkaufsdaten aus den Vereinigten Staaten. Die Verkäufe der Switch 2, der 2025 auf den Markt gekommen war, lagen dort im Juli bei weniger als der Hälfte des Vorjahreswerts. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Circana trug dies zu einem branchenweiten Rückgang bei der Spielehardware bei.
Allerdings sehen die Analysten auch ein erhebliches Kostenrisiko: „Das aktuelle Bild bei den Speicherpreisen ist unsicher.“ Sie gehen derzeit davon aus, dass die Speicherpreise für die Switch 2 im Geschäftsjahr 2027 das 1,9-Fache des Niveaus von 2026 und das 4,3-Fache des Niveaus von 2025 erreichen werden. Die Analysten erwarten für 2027 eine Netto-Kostenbelastung von rund 230 Milliarden Yen. Weitere Preiserhöhungen für die Switch 2 wurden in ihren Gewinnschätzungen bislang nicht berücksichtigt.
Nintendo Switch wurde fast 156 Millionen Mal verkauft
Die Ausgaben für Spielehardware in den Vereinigten Staaten sanken um 29 Prozent auf 282 Millionen Dollar. Das war der niedrigste Wert seit der Corona-Pandemie, als unterbrochene Lieferketten und eingeschränkte Verfügbarkeit den Konsolenmarkt belasteten. Die Zahl der verkauften Geräte entwickelte sich noch schlechter: Sie ging um 39 Prozent zurück, während die Preise um 16 Prozent stiegen und einen durchschnittlichen Preis von 542 Dollar erreichten.
„Die Vergleichswerte des Marktes werden weiterhin durch die Rekordmarkteinführung der Nintendo Switch 2 im Juni 2025 beeinflusst. Die Herausforderungen gehen jedoch weit über eine einfache zyklische Entwicklung hinaus“, sagte Mat Piscatella, Direktor bei Circana. Die höheren Hardwarepreise infolge der Speicher- und Komponentenkrise hätten auch die Verkaufszahlen der Konkurrenten Playstation 5 von Sony und Xbox Series X und S von Microsoft deutlich beeinträchtigt.
Nintendo wurde 1889 in Kyoto als Spielkartenhersteller gegründet und ist heute vor allem für Reihen wie Pokémon, Super Mario, The Legend of Zelda und Donkey Kong bekannt. Die 2017 auf den Markt gebrachte Nintendo Switch wurde fast 156 Millionen Mal verkauft und ist damit die erfolgreichste Konsole des Unternehmens.
