DIE ZEIT: Puppentheater, was ist das eigentlich?
Nikolaus Habjan: Puppentheater ist im Kern Behauptung. Es behauptet, dass ein lebloses Objekt eine Seele hat, animiert ist. Ich finde das Wort »animiert« so schön. Ob das dann Klappmaulpuppen sind wie bei mir, ob Kasperlfiguren oder Marionetten, ist vollkommen egal.
ZEIT: Was muss passieren, damit eine Puppe beseelt, also lebendig wirkt?
Habjan: Auf der einen Seite die Motorik, also wie die Puppe sich bewegt. Neben dem Nonverbalen hat man aber auch Stimme und Sprache. Und die Musik. Ich komme ja vom Musiktheater und arbeite viel mit Puppen in der Oper. Die Kombination aus all diesen Dingen ist es. Und wenn man das psychologisch aufdröselt: Die Puppe ist eine perfekte Projektionsfläche.
