
Der Erstling hängt im Vorraum der Werkstatt. Pink lackiert, in der Form angelehnt an das Modell Jaguar der Marke Fender, beliebt erst bei Surf-Bands in den sechziger Jahren mit einer Renaissance im Grunge-Rock der Neunziger. Es ist die erste Gitarre, die Nico Schack gebaut hat, als er gerade einmal 14 Jahre alt war und für sich in seiner ersten Band ein Instrument brauchte, daher der Ehrenplatz über dem Tresen. Daneben zwei akustische Westerngitarren, das Meister- und das Gesellenstück des Gitarrenbauers, mit dem er 2009 den Bundessieg im Wettbewerb der Zupfinstrumentenmacher gewonnen hat.
Schack, 38 Jahre alt, sitzt an seiner Werkbank und schleift den Korpus eines E-Basses, bis er seinem Anspruch genügt. Der ist hoch: Die Edel-Instrumente seiner Marke genießen unter Musikern einen ausgezeichneten Ruf, seine Kundschaft ist international: Der „Ebassman“ Ethan Farmer, der unter anderem schon für Justin Timberlake und Aretha Franklin spielte und mit den Backstreet Boys auf Tour ging, besitzt zum Beispiel einen Bass von Schack.
