
Washington vertieft die Beziehungen zu mehreren konservativ regierten Ländern Südamerikas. Am Dienstag begann Außenminister Marco Rubio in Kolumbien eine dreitägige Reise, die ihn weiter nach Ecuador und Peru führen soll. „Wir haben viele gemeinsame Interessen, sowohl im Kampf gegen den transnationalen kriminellen Terrorismus in der Region als auch bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit“, sagte Rubio vor seiner Abreise. Washington hoffe, mit allen drei Ländern bald „gute und solide“ Handelsabkommen abschließen zu können.
Erste Station war Barranquilla, wo Rubio mit dem seit Anfang August amtierenden kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella zusammentraf und eine engere Zusammenarbeit im Bereich kritischer Rohstoffe und ziviler Kernenergie vereinbarte. Washington hat Kolumbien zudem finanzielle Unterstützung von einer Milliarde Dollar für die Sicherheit in Aussicht gestellt. De la Espriella will damit unter anderem Radarsysteme, Drohnen und Nachrichtentechnik modernisieren. Präsident Trump sei bereit, „alles zu liefern, was möglich ist, um Kolumbien bei der Bewältigung dieser Bedrohung zu helfen“, sagte Rubio mit Blick auf Rauschgifthandel und organisierte Kriminalität.
Vorerst keine Aussetzung der Zölle
Die Beziehungen zwischen Washington und Bogotá haben sich seit dem Regierungswechsel deutlich verbessert. De la Espriella sucht im Kampf gegen bewaffnete Gruppen die Nähe zu den Vereinigten Staaten und hat Kolumbien stärker auf die sicherheitspolitische Linie der Trump-Regierung gebracht. Offen blieb bei Rubios Besuch zunächst die Forderung, die seit Juli geltenden US-Zölle von 12,5 Prozent auf kolumbianische Waren auszusetzen.
Am Mittwoch will Rubio nach Quito zu Präsident Daniel Noboa reisen. Ecuador gehört bereits zu den engsten Sicherheitspartnern Washingtons in der Region. Beide Länder haben ihre militärische Zusammenarbeit und den Austausch von Geheimdienstinformationen im Kampf gegen Drogenbanden ausgeweitet. Neben der Sicherheit sollen auch die Handelsbeziehungen eine wichtige Rolle spielen.
Chinas Einfluss eindämmen
Am Donnerstag will Rubio die Reise in Peru mit einem Besuch bei der neuen Präsidentin Keiko Fujimori beenden. Noch vor seiner Ankunft kündigte er an, dass Peru dem von Donald Trump initiierten „Shield of the Americas“ beitreten werde. Das Bündnis soll die Zusammenarbeit gegen Drogenkartelle und andere grenzüberschreitende kriminelle Organisationen verstärken.
In Peru dürfte zudem der wachsende wirtschaftliche Einfluss Chinas zur Sprache kommen. China ist der wichtigste Handelspartner des Landes und kontrolliert unter anderem den neuen Tiefseehafen Chancay nördlich von Lima sowie verschiedene Bergbauprojekte. Rubio warb vor seiner Reise ausdrücklich für amerikanische Investitionen in strategische Sektoren.
Die Reise zeigt eine veränderte politische Konstellation in Südamerika. Mit De la Espriella in Kolumbien, Noboa in Ecuador und Fujimori in Peru kann die Trump-Regierung entlang der Pazifikküste auf drei Partner zählen, die eine engere Anbindung an Washington suchen. Rubio kündigte an, auch Handelsabkommen mit allen drei Ländern möglichst rasch voranzutreiben.
