US-Präsident Donald Trump hat sich auf dem Nato-Gipfel im türkischen Ankara erbost über das Verteidigungsbündnis geäußert. »Ich bin sehr verärgert über die Nato«, sagte er bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Die Allianz habe den USA im Irankrieg nicht geholfen. Die USA hätten nicht wirklich Hilfe gebraucht, doch er habe die Nato-Partner auf die Probe gestellt, sagte der US-Präsident. In diesem Zusammenhang nannte er erneut Italien und Deutschland.
Besonders kritisch äußerte sich Trump gegenüber Spanien und nannte das Land einen »schrecklichen Partner« in der Militärallianz. Er habe US-Finanzminister Scott Bessent daher angewiesen, sämtliche Handelsbeziehungen mit dem südeuropäischen Land einzustellen, sagte Trump. Spanien stimme nichts zu, und man solle das Land nicht mitschleppen. Spanien verdiene viel Geld mit den USA, was sich nun ändern werde.
Trump hatte bereits vor dem Gipfel seine Kritik an Europa erneuert. Bei dem Nato-Treffen der Staats- und Regierungschefs gilt es als oberstes Ziel, den US-Präsidenten bei der Stange zu halten. Trump hatte Spanien bereits mehrfach scharf kritisiert, weil die Regierung in Madrid die US-Forderung an die europäischen Nato-Länder für eine massive Erhöhung der Militärausgaben zurückgewiesen hat.
Trump bedankte sich bei Mark Rutte
Spanien reagierte gelassen auf die Ankündigung Trumps, den Handel mit dem Land einzustellen. Das Büro des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez teilte mit, man behandle diese Äußerungen als Routineangelegenheit. Spanien pflege hervorragende soziale, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu den USA, und es sei nicht die Absicht der Regierung, daran etwas zu ändern. Die bilateralen Beziehungen seien sowohl im Handel als auch in der Verteidigung für beide Länder von Vorteil.
Der US-Präsident nahm Rutte von seiner Kritik aus. »Ich möchte Mark danken. Er ist ein großartiger Generalsekretär der Nato«, sagte Trump in Beisein des Niederländers. Er habe nicht mit Rutte über Hilfe im Irankrieg gesprochen. »Ich glaube, wenn ich es getan hätte, wäre es vielleicht anders gekommen.« Trump verwies auf das viele Geld, dass die USA für Verteidigung ausgeben, um die Nato-Partner »vor Russland zu schützen« Dabei habe »das nichts mit uns zu tun. Wir haben einen Ozean dazwischen«, fügte er hinzu.
Auch wegen der Haltung zu Grönland erneuerte der US-Präsident seine Kritik an der Nato. Er sagte, er sei »nicht glücklich« darüber, wie das Bündnis in der Grönland-Frage gehandelt habe. Grönland sei für die USA von großer strategischer Bedeutung, sagte Trump. Die Insel werde für den Schutz der Welt benötigt, nicht nur für die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Daher sei Grönland für die USA ein wichtiges Anliegen.
Kurz zuvor hatte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen eine erneute Forderung von Trump nach der Übergabe Grönlands an die USA vehement zurückgewiesen. Grönland stehe selbstverständlich nicht zum Verkauf, sagte Frederiksen.
