Die Streichpläne des US-Militärs für Europa treten nach den Worten von Nato-Generalsekretär Mark Rutte umgehend in Kraft. Vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel machte Rutte deutlich, dass verstärkte Anstrengungen der Europäer nötig seien, um militärischen Ersatz für die amerikanischen Kürzungen zu stellen. In Brüssel treffen sich an diesem Donnerstag die Verteidigungsminister der Nato-Staaten. Auch US-Minister Pete Hegseth hat seine Teilnahme angekündigt.
Währenddessen hat EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius von der US-Regierung mehr Informationen über ihre künftige Rolle im Nato-Bündnis gefordert. »Wir brauchen mehr Klarheit über Ausmaß und Tempo, in dem die Amerikaner ihre Ressourcen weg von Europa verlagern wollen«, sagte Kubilius dem Nachrichtenmagazin Spiegel.
Rutte wies erneut darauf hin, dass es sich um amerikanische Kürzungen im Rahmen des sogenannten Planungsinstrumentes Nato Force Model handle. Im Kriegsfall würden dagegen alle Verbündeten – auch die USA – maximale militärische Anstrengungen unternehmen. »Wenn es einen Krieg geben würde, werden wir alle an die Grenzen der Fähigkeiten gehen (»max out«), um sicherzustellen, dass wir den Krieg führen können«, sagte Rutte.
Mit dem Nato Force Model wird im Bündnis festgelegt, welche Staaten wie viele Kräfte und Fähigkeiten bereithalten und wie schnell diese verfügbar sein müssen. Rutte hatte bereits am Mittwoch bestätigt, dass die USA künftig weniger militärische Mittel für Abschreckung und Verteidigung unter dem Nato-Kommando in Bereitschaft halten.
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