Bunte Fahnen wehen vor dem Roten Rathaus. Ein paar tausend Menschen, schätzt ein Polizist, sind heute zur Mietendemo gekommen. »Runter mit den Mieten!«, ruft Uschi von der Bühne. Sie gehört zum Veranstalter, dem Bündnis gegen Mietenwahnsinn. »Her mit den Wohnungen!«, skandiert das Publikum zurück. Das ist der Schlachtruf. »Wir wollen die fetten Immobilienkonzerne enteignen!«, sagt eine andere Sprecherin. Das Feindbild des Tages steht fest: Konzerne, Spekulanten, Vermieter.
Kurz vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus in zwei Wochen lassen sich in Berlin zwei Entwicklungen beobachten: Erstens verwandelt sich die Sorge um bezahlbaren Wohnraum in echte Angst. Und zweitens werden die vermeintlichen Lösungsvorschläge immer radikaler. In dieser Mischung liegt eine Gefahr.
