Der Gouverneur des nordmexikanischen Bundesstaats Sinaloa, Rubén Rocha Moya, hat nach Drogenvorwürfen aus den USA seinen temporären Rücktritt
angekündigt. In einem am Freitag auf Youtube veröffentlichen Video teilte Rocha Moya mit, er habe beim Parlament von Sinaloa »eine vorübergehende Beurlaubung vom
Amt des Gouverneurs« beantragt.
Die Anschuldigungen der US-Regierung gegen ihn wies er als »falsch und böswillig« zurück. Die Trump-Administration hatte behauptet, er habe das einflussreiche Sinaloa-Drogenkartell
geschützt und diesem im Gegenzug für mehrere Millionen Dollar an
Schmiergeld geholfen, Drogen in die USA zu schmuggeln. »Mein Gewissen
ist rein«, sagte Rocha. Er bezeichnete die Anklage gegen ihn und andere
Mitglieder der Regierungspartei Morena als Angriff auf die linksgerichtete
politische Bewegung.
Derweil ermittelt die Regierung der mexikanischen Präsidentin
Claudia Sheinbaum, ob Rocha verhaftet und an die
USA ausgeliefert werden sollte. Rocha Moya genießt nun keine Immunität mehr, sodass gegen ihn ermittelt werden kann.
Mexikos Präsidentin fordert Beweise für Anschuldigungen
Neben Rocha hatten die USA noch neun
weitere Personen wegen Drogenschmuggels angeklagt. Der Bürgermeister von Sinaloas Hauptstadt Culiacán, Juan de Dios Gámez, der auch zu den vom US-Justizministerium angeklagten Personen zählt, kündigte ebenfalls seinen
Rücktritt an.
Sheinbaum hatte nach den Anschuldigungen aus den USA »solide und unwiderlegbare Beweise« von der US-Regierung gefordert. Ihr zufolge war es das erste Mal, dass die USA einem amtierenden Gouverneur oder anderen hochrangigen Behördenvertretern Verbindungen zur Drogenkriminalität vorwerfen.
Das Sinaloa-Kartell zählt zu sechs mexikanischen Drogenbanden, die von der Regierung von US-Präsident Donald Trump als ausländische terroristische Vereinigungen eingestuft wurden. Die US-Regierung setzt Sheinbaum unter Druck, im Kampf gegen die
mexikanischen Drogenkartelle ein Einschreiten der USA etwa in Form von
Drohnen- oder Militäreinsätzen zuzulassen.
