Gebannt folgt man den Heldinnen und Helden dieses Films, weil sie wirklich Heldenhaftes vollbringen: Sie ringen um Verständigung. Sie kämpfen um die richtigen Worte und Sätze so wie Actionhelden ums Überleben. Sprechend erleben sie das Wunder und das Scheitern der Sprache, ihren Sinn und ihre Begrenztheit. Und die Schönheit der Bilder gibt ihnen dabei Rückhalt und Trost.

Zu Beginn von Angela Schanelecs Film Meine Frau weint bekommt der Kranführer Thomas (Vladimir Vulević) einen Anruf von seiner Frau Carla (Agathe Bonitzer): Er solle sie abholen. Auf einer Bank vor dem Krankenhaus erzählt sie ihm, dass sie gerade einen Unfall überlebt habe. Auf dem Heimweg – sie läuft, er schiebt sein Fahrrad – berichtet sie, was geschehen ist. Sie spricht von dem Tanzkurs, den die beiden zunächst gemeinsam besuchten und den sie dann allein fortsetzte. Von dem Studenten, den sie dort kennenlernte. Detailliert schildert sie das gemeinsame Tanzen, nach dem sie süchtig geworden sei. Nie zuvor im Leben habe sie so empfunden.