
Die Verharmlosung von Drogenkonsum hat einen Preis. Da hat Hendrik Streeck völlig recht. Und dieser Preis ist hoch, definitiv zu hoch: Das zeigt die am Dienstag veröffentlichte Zahl der Drogentoten im Jahr 2025. Seit 2021, damals kündigte die Ampel in ihrem Koalitionsvertrag die teilweise Legalisierung von Cannabis an, hat sich die Zahl der Drogentoten unter zwanzig Jahren verdoppelt.
Die Drogentoten werden immer jünger. Das sollte auch den letzten Cannabis-Verharmloser nachdenklich stimmen. Nein, Cannabis ist nicht so gefährlich wie Kokain, und nicht alle Cannabis-Konsumenten enden als Crack-Junkies.
Drogencocktail aus dem Internet
Aber die allgemeine Tendenz zur Verharmlosung von Rauschgift war in den vergangenen Jahren mit Händen zu greifen. Es wäre naiv anzunehmen, dass das an Jugendlichen spurlos vorbeigehe. Das gegen medizinischen Sachverstand verabschiedete Cannabis-Gesetz hat den Schutz der Gesundheit sträflich zugunsten einer angenommenen Arbeitsentlastung für die Justiz vernachlässigt.
Damit nicht genug, hat es auch den Blick auf neue gefährliche Entwicklungen verstellt. Allen voran die Möglichkeit, sich einen Drogencocktail mit Zutaten aus dem Internet kinderleicht selbst zu mixen. Der Drogendealer an der Straßenecke sei heute nicht mehr das einzige Problem, sagte der Drogenbeauftragte der Bundesregierung dazu.
Zu ergänzen wäre: Auch dieses Problem ist in den vergangenen Jahren mitnichten kleiner geworden. Um das zu sehen, genügt ein Spaziergang durch eine beliebige deutsche Innenstadt. Eine Rücknahme des Cannabis-Gesetzes würde die Lage nicht von heute auf morgen verbessern. Dafür braucht es vor allem mehr Prävention. Aber sie wäre zumindest ein Signal in die richtige Richtung.
