
Auf den Immobilienmärkten sind gute Nachrichten begehrt. Die Zahl der Baugenehmigungen gerät dadurch immer wieder zur Interpretationsware. Zuerst die Fakten: Der Bau von 126.300 Wohnungen wurde in Deutschland im ersten Halbjahr genehmigt. Im Vergleich der vergangenen 15 Jahre ist das eher wenig. Dafür ist der Anstieg so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr: Es sind 15,1 Prozent und damit 16.600 Wohnungen mehr als noch im ersten Halbjahr 2025, dessen Niveau gering war.
Dadurch lässt sich der Stand der Baugenehmigungen sowohl freudig als auch gelassen betrachten. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hat sich für die optimistische Denkweise entschieden: Sie glaubt, dass der Wohnungsbau zurückkommt, und führt das auf die eigene Politik mit dem Wohnungsbauturbo und staatlicher Förderung zurück. Aber sie sagt auch, dass das noch nicht ausreiche.
In der Immobilienbranche erhält die Politikerin eher Zuspruch für den zweiten Teil ihrer Einschätzung. Zumal nicht jede genehmigte Wohnung auch gebaut wird und es bis zum Einzug dauern kann.
Wichtiger ist daher die Zahl der Fertigstellungen. Im vergangenen Jahr waren das 206.600 neue Wohnungen (niedriger war sie zuletzt im Jahr 2012). Branchenschätzungen gehen für dieses Jahr von einem ähnlichen Niveau aus oder sogar von einem abermaligen Rückgang. Auch eine höhere Inflation und der jüngste Renditeanstieg von Staatsanleihen deuten auf Mehrkosten für den Bau hin. Bislang bleiben die Aussichten auf den Immobilienmärkten durchwachsen.
