Das Deutschlandgeschäft der Unternehmensberatung McKinsey wird künftig von Andreas Venus geführt. Der 42 Jahre alte Berater löst noch im Sommer den bisherigen Amtsinhaber Fabian Billing ab, der nach fünf Jahren den Posten abgibt. Venus übernimmt sein neues Amt zum 1. August. Das teilte McKinsey am Freitagnachmittag mit.
Der Grund für den Führungswechsel sei, dass McKinsey künftig Aufsicht und operative Führung trennen will. Der bisherige Deutschlandchef Billing ist kürzlich in das neu konstituierte „Shareholders Council“ gewählt worden, also das oberste Aufsichtsgremium von McKinsey. McKinsey spricht von einer „üblichen Führungsrotation“.

Andreas Venus arbeitet seit 2009 bei McKinsey, im Jahr 2021 wurde er zum Senior-Partner gewählt, seit dem Jahr 2020 führt er das Berliner Büro, das er nach Aussagen von McKinsey „zu einem Leuchtturm für Datenanalyse und KI“ entwickelt hat. Studiert hat Venus Betriebswirtschaftslehre in Berlin, London und Paris, später promovierte er an der TU Dortmund.
Venus hat bislang vor allem Unternehmen in den industriellen Kernbranchen beraten, also Automobilhersteller und Zulieferer, Maschinen- und Anlagenbauer und Unternehmen in den Branchen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Halbleiter.
Anders als der globale Chefposten werden die McKinsey-Länderchefs nicht gewählt, sondern von der obersten Spitze ernannt. Üblicherweise werden dafür in einem längeren internen Findungsprozess die Partner befragt, wen sie dafür als geeignet empfinden, letztlich hat über die Personalie aber McKinsey-Chef Bob Sternfels entschieden.
McKinsey ist noch vor der Boston Consulting Group und Bain die größte Strategieberatung der Welt. Das Unternehmen, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, veröffentlicht seit dem vergangenen Jahr aber keine Umsatzzahlen mehr. Das Marktforschungsinstitut schätzte den globalen Umsatz von McKinsey im Jahr 2025 auf rund 17,5 Milliarden Euro. Wie hoch der Umsatz in Deutschland liegt, darüber schweigt McKinsey schon seit Jahren.
