
Die beiden Tennis-Routiniers Tatjana Maria und Jan-Lennard Struff haben bei den US Open in kräftezehrenden Duellen die dritte Runde verpasst. Die 39-jährige Maria unterlag der 19 Jahre jüngeren Tschechin Nikola Bartunkova in der Hitze von New York mit 7:6 (7:5), 2:6, 3:6. Der Warsteiner Struff (36) musste sich nach starkem Kampf dem favorisierten Argentinier Francisco Cerundolo mit 7:5, 5:7, 6:4, 2:6, 3:6 geschlagen geben.
Maria musste keine 24 Stunden nach Ende ihres überraschenden Dreisatzsiegs über die frühere French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko aus Lettland bereits wieder ran. Dabei entnervte sie Bartunkova zunächst wie gewohnt mit ihren unterschnittenen Bällen und überlobte ihre Gegnerin immer wieder erfolgreich.
Angefeuert von Ehemann und Trainer Charles-Édouard Maria sowie den Töchtern Charlotte und Cecilia auf der Tribüne geriet Maria bei rund 30 Grad aber mehr und mehr in die Defensive. Ein Aufbäumen beim Stand von 0:3 im dritten Satz kam zu spät, so dass sie weiter auf ihren ersten Drittrundeneinzug beim Grand-Slam-Turnier in New York warten muss. Zum fünften Mal war in Runde zwei Schluss.
Becker-Lob für Struff
Struff hatte bei den US Open im Vorjahr noch das Achtelfinale erreicht. Für einen ähnlichen Coup erlaubte sich der 36-Jährige nun zu viele Fehler. „Im fünften Satz war er der bessere Spieler“, sagte Struff über Cerundolo.
Mitte des vierten Durchgangs musste der Sauerländer am rechten Fuß behandelt werden, weil ihm das Tape auf die Achillessehne drückte. Er nahm eine Schmerztablette. Im entscheidenden Satz hatte er sich zwar wieder erholt, kassierte aber das vorentscheidende Break zum 3:4 und konnte die Partie nicht mehr drehen. Insgesamt leistete sich Struff 16 Doppelfehler – zu viele im Duell mit dem an Nummer 24 gesetzten Cerundolo.
„Er war der bessere Spieler in der zweiten Hälfte des Matches, er hat verdient gewonnen. Aber Kompliment auch an Struffi, mit 36“, lobte TV-Experte Boris Becker bei sporteurope.tv.
Struff war während der US Open nicht für die Davis-Cup-Zwischenrunde des deutschen Teams gegen Kroatien Mitte September im westfälischen Halle berufen worden. „Natürlich war es nicht so ein gutes Gefühl, zu hören, dass ich nicht dabei bin“, sagte Struff. „Ich wäre schon gerne dabei gewesen, aber wir haben momentan auch gute Spieler und ein gutes Team.“
Daniel Altmaier und Yannick Hanfmann erhielten neben Alexander Zverev den Vorzug. Bei einer Absage könnte Struff aber doch noch dabei sein.
