
Im Frankfurter Stadtteil Schwanheim sind zwei weitere Personen an der sogenannten Flughafenmalaria erkrankt. Das hat das Frankfurter Gesundheitsamt am Dienstagabend mitgeteilt. Anders als die sechs in diesem Sommer bekannt gewordenen Fälle haben die beiden Personen nicht am Flughafen gearbeitet. Die Behörden gehen davon aus, dass in Flugzeugen eingeschleppte Anopheles-Mücken die Krankheit übertragen haben.
Man spricht von Flughafenmalaria, wenn andere Ansteckungsmöglichkeiten etwa durch eine Fernreise oder eine Bluttransfusion ausgeschlossen werden können.
Im Fall der neuen Ansteckungen sei die Nähe Schwanheims zum Flughafen entscheidend für die Annahme, dass die Patienten ebenfalls durch eingeschleppte Mücken infiziert worden sind, so der Leiter des Gesundheitsamts, Peter Tinnemann. Beide waren vorher nicht im tropischen Ausland gewesen. Für eine Übertragung ist der Stich einer infizierten Mücke erforderlich, von Mensch zu Mensch kann die Krankheit nicht übertragen werden.
Die Blutproben der Erkrankten sollen nun in einem darauf spezialisierten Tropenlabor in Antwerpen untersucht werden. So soll festgestellt werden, ob die im Blut nachgewiesenen Plasmodien alle den gleichen genetischen Fingerabdruck haben. Dadurch kann geklärt werden, aus welcher Region die Mücke stammt und ob es jeweils das gleiche Insekt war, das die Infektion verteilt hat. Anopheles-Mücken können fünf bis zehn Kilometer weit fliegen und überleben bei sommerlichen Temperaturen bis zu vier Wochen, so Tinnemann.
Nach seinen Angaben sind die beiden Patienten in „ausreichender medizinischer Behandlung“. Malaria, so der Mediziner, sei bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung gut und vollständig mit Medikamenten behandelbar. „Die Bürger sollen sich keine Sorgen machen“, so Tinnemann. Die Bevölkerung und Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die in der Nähe des Flughafens leben oder arbeiten, sollten jedoch bei Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, dazu Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auch eine Malariainfektion in Betracht ziehen. Sie kann durch einen Bluttest nachgewiesen werden.
Bürger, die in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen, sollten bei entsprechenden Beschwerden zeitnah ärztlichen Rat einholen und dabei auf ihren Wohnort beziehungsweise einen möglichen Aufenthalt im Umfeld des Flughafens hinweisen. Das Gesundheitsamt hat nach dem Bekanntwerden der neuen Infektionen sämtliche Hausärzte in Schwanheim telefonisch kontaktiert sowie die Rettungsdienste und Notaufnahmen informiert.
