Ein Badeschiff bei Rheinkilometer 500 – also südlich der Kaiserbrücke im direkten Anschluss an das neu gestaltete Mainzer Zollhafen-Quartier: Für diesen Sommer, der spätestens zum Johannisnacht-Wochenende hin deutlich steigende Temperaturen verspricht, kommt diese Idee leider zu spät. Doch immerhin will die Stadt noch vor den großen Ferien die Ausschreibungsunterlagen für eine Machbarkeitsstudie fertig machen. Sie soll klären, ob überhaupt und, wenn ja, wo der optimale Platz für ein am Mainzer Rheinufer liegendes Badeschiff sein könnte. Dies möglichst auf einer mit Dalben, also Pfählen, abzugrenzenden Fläche, die nach den Vorgaben des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts bis zu 200 Meter lang und maximal 40 Meter breit sein dürfte.
Ob sich der für eine weitere Prüfung ausgewählte Standort in Höhe der Oberen Austraße an der Gaßnerallee als dauerhafter Ankerplatz für ein Badeschiff mit Schwimmerbassin und gastronomischem Angebot eigne, sollen die weiteren Untersuchungen zeigen. Das sagte der parteilose Oberbürgermeister, Nino Haase, bei der Vorstellung des vom Stadtrat bereits grundsätzlich begrüßten Vorhabens. Nun gelte es, alle erforderlichen Daten zusammenzustellen: etwa zum Lärmschutz, zur notwendigen Infrastruktur, aber auch zur Wirtschaftlichkeit des Projekts, das nach Ansicht des Rathauschefs prinzipiell zu den Plänen für eine begrünte Nordmole im Anschluss an den Zollhafen passen könnte. Mit ersten Ergebnissen der Machbarkeitsstudie rechnet die Verwaltung allerdings erst in einem Jahr – sodass es mit dem beaufsichtigten Schwimmen im Fluss zumindest an dieser Stelle der Stadt auch im Sommer 2027 noch nichts werden dürfte.

Ein Badeschiff mit Gastronomie an der auf die andere Rheinseite führenden Kaiserbrücke könnte Haase zufolge das Sport- und Freizeitangebot der aktuell über zwei Hallen- und Freibäder verfügenden rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt verbessern; und im Idealfall sogar für zusätzliche Schwimmkurse oder auch für das Schulschwimmen genutzt werden. Ob sich die Idee aber umsetzen lasse, müsse sich erst noch weisen. Gleichwohl steht das Thema „Mainzer Badeschiff“ bei der Stadtratssitzung am nächsten Mittwoch, dem 17. Juni, auf der Tagesordnung.
Ein anderer Vorschlag, nämlich die seit 2020 verfolgte Überlegung, im Becken des nahegelegenen Zollhafens ein hübsch designtes Schwimmbad zu schaffen, dürfte sich damit endgültig erledigt haben. Das als „Heilige Makrele“ beworbene Gedankenspiel passte ohnehin von Anfang an nicht zum Konzept eines exklusiven und hochpreisigen Wohnquartiers. Außerdem sind die übers ganze Jahr gesehen üblichen Schwankungen beim Rheinpegel ein Grund dafür, dass das Wasser im Zoll- und im Winterhafen oftmals nicht gerade zum Baden einlädt: Weil etwa Blaualgen und anderes Grünzeug, aber auch Treibgut aller Art zeitweise die Oberfläche verunstalten.
Bademöglichkeiten mit im Rhein liegenden Schwimmerbecken und zum Teil sehenswerten Aufbauten gab es an der Promenade, also zwischen der einstigen Stadthalle und dem Fort Malakoff, schon vor mehr als 125 Jahren und bis in die Nachkriegszeit hinein. Mithin die bekannteste Adresse dürfte dabei die Badeanstalt Watrin gewesen sein, die zunächst am Feldbergplatz und später dann am Fischtor über ein Herren- und Damenbassin sowie ein kleines Kinderbad verfügte. Und die den Mainzern und ihren Gästen mit Eintrittspreisen von nur 10 bis 15 Pfennig jahrelange rasche Abkühlung an heißen Sommertagen garantierte.
