
Weniger verkaufen, mehr verdienen: Dem Energieversorger Mainova AG ist dieses Kunststück zum zweiten Mal in Folge gelungen. 252,5 Millionen Euro Gewinn weist das Unternehmen in seiner Bilanz für das Jahr 2025 aus, 36 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Dabei sind die verkauften Mengen an Strom und Gas zurückgegangen, und der Gesamtumsatz ist abermals gesunken, von fast 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf zuletzt 4,1 Milliarden Euro.
Das verbesserte Ergebnis, das der Vorstandsvorsitzende Michael Maxelon am Donnerstag mit dem Geschäftsbericht für das Jahr 2025 präsentierte, ist vor allem für die Stadt Frankfurt als Hauptanteilseigner eine gute Nachricht: Sie bekommt 185 Millionen Euro überwiesen, 45 Millionen mehr als im Vorjahr.
Mainova-Kunden hingegen müssen sich wieder auf Preiserhöhungen einstellen, auch wenn Maxelon noch keine Prognose wagte, wann es so weit sein wird. Es gebe zwei große Unsicherheitsfaktoren: Zum einen stünden politische Entscheidungen der Bundesregierung aus, unter welchen Rahmenbedingungen der Umbau des Energiesektors weitergehen soll.
Zum anderen treiben der Krieg gegen Iran und die Blockade der Straße von Hormus die Rohstoffpreise. Je länger die Krise andauert, desto weniger könnten Preissprünge durch eine zeitlich gestaffelte Beschaffungsstrategie abgefedert werden. Die Preissignale, so Maxelon, deuteten nach oben.
Mainova: Absatzmengen sind gesunken
Die Mainova stehe im operativen Geschäft wie bei ihren Erträgen aus Beteiligungen (90,1 Millionen Euro) trotzdem sehr gut da, versicherte Maxelon. Das Ergebnis beim Handel und Vertrieb von Strom sei mit 70,6 Millionen Euro besser ausgefallen als erwartet. Und das, obwohl die Mainova 2025 rund zwölf Prozent weniger Strom abgesetzt hat. Im Jahr zuvor waren trotz größerer Verkäufe unter dem Strich nur knapp 40 Millionen Euro übrig geblieben.
Beim Gasgeschäft steigerte die Mainova das Ergebnis sogar um 66,5 Millionen Euro auf 72,3 Millionen. 2025 habe es weniger starke Preiseffekte auf den Großmärkten gegeben, erklärte Maxelon den Sprung. Zudem hat der Bund die Versorger bei den Netzkosten entlastet. Das konnte ausgleichen, dass die abgesetzte Gasmenge erneut zurückgegangen ist (minus 17 Prozent zu 2024). Allen Bemühungen der Energiewende zum Trotz zeige der Gassektor eine „überraschende Stabilität“, so Maxelon.
Mit Fernwärme verdienten die Frankfurter zuletzt 50,9 Millionen Euro, nachdem im vergangenen Jahr nur ein kleiner einstelliger Millionenbetrag hängen geblieben war. Das lag unter anderem an deutlichen Tariferhöhungen für die Kunden.
Wind und Sonne sind zum Verlustgeschäft geworden
Mit der Wasserversorgung verdient die Mainova nur wenig (3,1 Millionen Euro), zum Sorgenkind ist das Geschäft mit den Erneuerbaren geworden. Dieses brachte mit 8,3 Millionen Euro einen noch höheren Verlust ein als im Vorjahr (minus 5,3 Millionen Euro). Hintergrund sind dem Unternehmen zufolge weitere Wertbereinigungen für Wind- und Photovoltaikanlagen.
Für die Mainova selbst, die etliche Kraftwerke zur Erzeugung von Fernwärme und Strom betreibt, ist Erdgas inzwischen der wichtigste Rohstoff, gefolgt von Müll, Steinkohle und Biomasse als primären Energiequellen. Die Kohle sollte bald aus dieser Aufzählung verschwinden, wenn mit dem nächsten Winter in Frankfurt und Hanau zwei neue, mit Gas befeuerte Heizkraftwerke in Betrieb gehen.
Die Kraftwerke sind nur ein Teil der Neu- und Ausbauprojekte, die sich der Versorger für die angestrebte Energiewende vorgenommen hat. Die Investitionen liegen weit höher als die Gewinne und werden das wohl noch viele Jahre lang tun. Bis zum Jahr 2040 werde das Unternehmen bis zu acht Milliarden in die Infrastruktur zur Energie- und Wasserversorgung investieren, kündigte Maxelon an. 2,7 Milliarden Euro sollen es schon in den nächsten fünf Jahren sein, wobei der Großteil in den Ausbau des Strom- und des Fernwärmenetzes fließen wird. Auch ein hochhausgroßer Wärmespeicher direkt neben dem neuen Heizkraftwerk West am Frankfurter Mainufer steht auf der Investitionsliste. Mit dem Bau soll noch 2026 begonnen werden.
