Papst Leo XIV. hat in seiner ersten Enzyklika vor den
Gefahren Künstlicher Intelligenz gewarnt. KI könne Desinformation verbreiten,
Konflikte verschärfen und die Welt auf einen Weg »endloser Kriege« führen,
heißt es in dem Lehrschreiben »Magnifica Humanitas«. Der Text wurde im Beisein des Papstes im Vatikan der Öffentlichkeit präsentiert. KI sei ein »wertvolles Hilfsmittel, das Vorsicht
erfordert«, schreibt Papst Leo. Er geht in seinem Text sowohl auf die
Schnelligkeit der Entwicklung ein als auch auf diejenigen, die die Kontrolle
darüber haben. Diese liege nicht in der Hand der Staaten, sondern von »großen
wirtschaftlichen und technologischen Akteuren«.
Mit seiner ersten Enzyklika setzt Papst Leo XIV. auch auf den Austausch mit Entwicklern aus dem Silicon Valley. An der Vorstellung des Lehrschreibens nahm unter anderen der Mitgründer des US-KI-Unternehmens Anthropic und Entwickler des Sprachmodells Claude, Christopher Olah, teil. Dass ein KI-Unternehmer gemeinsam mit dem Papst eine Enzyklika präsentiert, gilt im Vatikan als ungewöhnlich.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Vatikan und KI-Firmen reicht bereits mehrere Jahre zurück. Schon unter Papst Franziskus suchte die katholische Kirche den Kontakt zu Technologieunternehmen wie OpenAI, DeepMind oder Anthropic. Ziel war es, ethische Leitlinien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu entwickeln. Theologen, Philosophen und Programmierer diskutierten dabei unter anderem über Verantwortung, Fehlverhalten von Sprachmodellen und den Schutz menschlicher Würde.
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