Vögel, Kultur, Wissenschaft und Geschichte seien „top“ und „unsere Identität“, aber auch die europäische Sicherheit könne auf neuen Geldscheinen abgebildet werden. Mit diesem Hinweis mischt sich die luxemburgische Verteidigungsbehörde in die Debatte um die nächste Motivserie der Euronoten ein. Die „Direction de la Defense“ präsentiert bei Facebook sechs Motive, das sind: ein A400M-Transportflugzeug auf dem 5-Euro-Schein, das Command, Liaison and Reconnaissance Vehicle auf dem 10-Euro-Schein, der Gov-Sat-Satellit auf dem 20-Euro-Schein, das A330-MRTT-Transport- und Tankflugzeug auf der 50-Euro-Banknote, ein Jaguar-Radpanzer auf der 100-Euro-Banknote und das Sturmgewehr der luxemburgischen Armee von Heckler & Koch auf dem 200-Euro-Schein. Geholfen beim Design der Geldscheine hatte Künstliche Intelligenz.
Die Aufregung über den Vorschlag ist parteiübergreifend groß. „Habt ihr sie noch alle!“, erwidert der sozialistische Politiker Claude Haagen. Andere vermuten einen Scherz. „Vielleicht ist es nur ein (schlechter) Witz. Vielleicht sollte es einfach nur ein bisschen kreativ sein. Aber auch Witze vermitteln eine Botschaft“, formuliert der Sozialist Yves Cruchten auf seinem Profil. Verteidigung sei zwar notwendig, Luxemburg dürfe jedoch nicht „die Aufrüstung feiern“.
Auch die rechtskonservative Partei ADR wendet sich gegen die Idee. Der Abgeordnete Marc Goergen von den Piraten findet die Motive „ganz schlimm“, die Grüne Sam Tanson sagte dem „Luxemburger Wort“: „Europa sollte sich über das definieren, was wir verteidigen; nicht über die Waffen, mit denen wir es im Ernstfall tun.“

Aufgrund solcher und vieler weiterer Reaktionen liegt inzwischen eine Entschuldigung der Behörde vor. Man habe möglicherweise Verwirrung gestiftet und Gefühle verletzt: „Die Verteidigungsdirektion nimmt die von einigen Bürgern geäußerten Bedenken zur Kenntnis und bedauert, dass die Grafiken zu Verwirrung geführt und Empfindlichkeiten verletzt haben könnten, und entschuldigt sich dafür.“
Ministerin „aus der Schusslinie“
Verteidigungsministerin Yuriko Backes von der liberalen Partei DP habe von nichts gewusst, heißt es seitens der Behörde. Doppelbödig formuliert das „Luxemburger Wort“: „Behörde zieht Ministerin Backes aus der Schusslinie.“ Die Zeitung berichtet: „Bis Freitagmorgen hatten sich über 300 Emoji-Reaktionen und zahlreiche, teils ungläubige Kommentare unter dem Post gesammelt.“
Inzwischen wurde die Kommentarfunktion unter dem Beitrag deaktiviert. Die Verteidigungsbehörde gibt an, einem Trend in sozialen Netzwerken gefolgt zu sein, an dem sich auch andere europäische Verteidigungsinstitutionen beteiligt hätten. Es gehe keineswegs darum, eine militaristische Sichtweise zu fördern, „sondern vielmehr darum, in für soziale Netzwerke geeigneten Formaten für die konkreten Herausforderungen der europäischen Verteidigung zu sensibilisieren“.
