
Der technische Fortschritt scheitert mal an der Technik, mal an der Überheblichkeit, mal an Fehleinschätzungen, mal am Geld. Weil nicht immer alles klappt, ist es wichtig, vieles zu probieren, Mut zu zeigen und nicht mit dem Finger auf jene, die es nicht geschafft haben. Vielleicht bringt ein zweiter Anlauf Erfolg. Noch immer ist der Gewinn des Tatendrangs größer gewesen als der Preis des Zauderns. Nun kommen allerdings, nomen est omen, aus heiterem Himmel Fallstricke hinzu, die sich der besten Planung entziehen.
Dass die Münchner Macher des Lufttaxis Lilium gescheitert sind, war angesichts des überkomplexen Systems keine echte Überraschung. Dass auch andere Start-ups von ihren hochfliegenden Plänen Abstand nehmen müssen, obgleich die technische Basis an sich funktionstüchtig ausschaut, ist schon eher betrüblich.
Zeigen doch andere Regionen, dass sie die Sache ernst nehmen, wie etwa Dubai, wo jetzt neben dem internationalen Flughafen der weltweit erste Vertiport entstanden ist. Er dient als Start- und Landeplatz elektrisch angetriebener Senkrechtstarter, also eVTOL. Der Bau beweist freilich, dass die Idee eines überall landenden Senkrechtstarters von Anfang eine vom Schlage Schnaps war, zu gefährlich, zu laut. Nicht umsonst dürfen hierzulande nur Rettungshubschrauber Außenlandungen durchführen, wobei sie gut abgeschirmt werden.
Mit den Krisenherden, mit den Kriegstreibern, mit der Bedrohung durch Anschläge ändern sich die Rahmenbedingungen plötzlich fundamental. China hat gerade rund um Peking eine Flugverbotszone eingerichtet. Im Umkreis von 300 Kilometern sind außer Linienflügen und Rettungseinsätzen fast alle Flugaktivitäten untersagt. Private Drohnen dürfen nicht mehr fliegen. Weil ein Kleinflugzeug in ein Haus gestürzt war. Ehrlich? Oder weil die Gefahrenlage sich geändert hat? Die Träume aus der Luft scheinen auf dem Boden unerfreulicher Tatsachen zu landen.
