Um ihn herum entstanden alle Strömungen der modernen Kunst – der Impressionismus in Frankreich, dann der Symbolismus in Deutschland, der Expressionismus, der Kubismus, die Abstraktion –, Lovis Corinth aber blieb sich treu, seinem farbstarken Realismus, den schon die Zeitgenossen nicht einordnen konnten und der ihn zu einem großen Solitär der deutschen Kunst am Anfang des 20. Jahrhunderts macht. Am bedeutendsten sind seine Menschendarstellungen – zum einen ab 1901 die Gemälde seiner Frau Charlotte, selbst eine große Malerin, die er wieder und wieder zeigt, meist nackt oder halb bekleidet. Und daneben Corinth selbst – als zweifelnder Maler oder als betrunkener Bacchus. In der neuesten Ausgabe des Podcasts Augen zu widmen sich Florian Illies und Giovanni di Lorenzo dieser besonderen Ehe, die zu sehr viel besonderer Kunst führte.
Sie sprechen über die Vorwürfe gegen Corinth, seine Malerei sei zu fleischlich, über seine Vorbilder Rubens und Jordaens und seine Ausbildung in Paris und München. Zwei besondere Bilder stehen dann im Mittelpunkt des Gesprächs: Salome und das Große Martyrium, zwei biblische Darstellungen, die die scheinbar ferne Geschichte mit größter Drastik in die Gegenwart holen. Nach einem Schlaganfall 1911 verändert sich Corinths Stil. Ab 1918 widmet er sich mit besonderer Beharrlichkeit der wilden Natur am bayerischen Walchensee, die er in zahlreichen Aquarellen und Gemälden in einen farbigen Fiebertraum verwandelt.
In der Berlinischen Galerie ermöglicht gerade eine große Überblicksausstellung, Lovis Corinth als die große deutsche Malerfigur an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert kennenzulernen.
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Moderation und Redaktion: Giovanni di Lorenzo und Florian Illies
Executive Producer: Natalie Wübbolt
Videoproduktion: Nele Vogel
Visuelle Produktion: Michael Pfister
Kamera und Schnitt: Claudius Dobs
Ton: Pool Artists
Redaktionelle Mitarbeit: Hanna Gieffers
Animation: Axel Rudolph
Musik: Konrad Peschmann
