
So viele Masern-Infektionen wie seit 35 Jahren nicht mehr in den USA
In den USA ist die Zahl der Masern-Infektionen auf den höchsten Stand seit 35 Jahren gestiegen. Die Gesundheitsbehörde CDC teilte am Freitag mit, dass in diesem Jahr bislang 2318 Fälle registriert worden seien. Im gesamten Vorjahr waren es 2289 gewesen. Es handele sich um die höchste Zahl seit dem Zeitraum von 1989 bis 1991, als mehr als 55.000 Infektionen und 123 Todesfälle verzeichnet wurden. „Dass wir diesen Meilenstein erreichen, ist besonders eklatant, da wir erst Juli haben und landesweit weiterhin Masernfälle gemeldet werden“, sagte William Moss, Epidemiologie-Professor an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health. Die Krankheit galt in den USA seit dem Jahr 2000 eigentlich als ausgerottet.
Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit, die Fieber, Ausschlag und Atemwegsprobleme verursacht, wurden 2026 noch nicht gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es drei. Die Infektionen traten in 45 Bundesstaaten und in Washington auf. 16 Fälle gingen auf Besucher aus dem Ausland zurück. 93 Prozent der Fälle traten bei ungeimpften Personen auf, der Rest hatte eine oder zwei Dosen des Masern-Impfstoffs bekommen. Ein Vakzin gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) bietet nach zwei Dosen einen 97-prozentigen Schutz.
Experten führen den Anstieg auf sinkende Impfquoten zurück. Die durchschnittliche Abdeckung bei Kindergartenkindern sank im vergangenen Jahr auf 92,5 Prozent und liegt damit unter der für die sogenannte Herdenimmunität erforderlichen Schwelle von 95 Prozent. In 16 Bundesstaaten fiel die Quote auf unter 90 Prozent.
Viele Gesundheitsvertreter machen für die Entwicklung auch die Impfskepsis von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. verantwortlich.
