
Weidel und Chrupalla rügen Streamer „Aktivist Mann“
Am Sonntag hatte der Streamer, mit bürgerlichem Namen Matthäus Westfal, auf der Wahlparty mehrere Journalisten bedrängt, insbesondere eine „Spiegel“-Journalistin beschimpft und angepöbelt („Sind Sie Deutsche?“, „Tun Sie was für die Deutschen!“). Das Video hatte er später mit dem Titel „Die Zerstörung vom Spiegel!“ ins Internet geladen.
Die Erklärung der Parteivorsitzenden war unter dem Druck deutlicher Kritik von außen entstanden. Journalisten, auch solche von AfD-nahen Medien, hatten ihn teils heftig kritisiert. Auch einige AfD-Politiker hatten sich öffentlich distanziert, andere hatten im Hintergrund, auch gegenüber der F.A.Z., Entsetzen zum Ausdruck gebracht, aber auch die Sorge, mit öffentlicher Kritik das aktivistische Vorfeld der Partei gegen sich aufzubringen. Der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Jan Nolte, schrieb am Donnerstagmorgen auf der Plattform X, der Streamer sei auch in dem Hotel, in dem die AfD den Wahlabend ausklingen ließ, „extrem unangenehm“ aufgefallen. Er „ging jedem auf die Nerven und laberte die Leute extrem peinlich voll“.
Der Streamer verwahrte sich am Donnerstag gegen die Kritik. „Wer sich distanziert, verliert“, schrieb er auf X. Er habe der AfD im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt wichtige Prozentpunkte eingebracht. Das interessiere die Parteiführung wohl nicht. Welche Folgen der Vorfall für seine Akkreditierung auf weiteren AfD-Veranstaltungen hat, war am Donnerstag unklar. Am Montag will sich der Bundesvorstand der Partei mit dem Fall beschäftigen.
