
Lauterbach sagte weiter: „Ideal wäre es, wenn der Bundestag im Herbst endgültig die Widerspruchslösung beschließen würde.“ Fälle wie der von Mette-Marit könnten in Deutschland die Regel sein. Gerade bei Lungentransplantationen könnte es schneller gehen – aber auch bei Herztransplantationen oder Nierentransplantationen. „In Deutschland sterben immer noch viel zu viele Patienten auf der Warteliste“, sagte Lauterbach. „Hätten wir eine Widerspruchslösung bei der Organspende wie in Norwegen, wäre das Problem gelöst.“
In Deutschland muss man seine Bereitschaft für eine Organspende dokumentieren, beispielsweise mit einem Spenderausweis oder in einer Patientenverfügung. Ohne eine solche Willensbekundung werden im Todesfall die Angehörigen mit der Frage konfrontiert.
Lauterbach sagte weiter, es sei nicht einzusehen, dass Patienten in Deutschland einen Nachteil hätten, den andere Länder längst überwunden hätten. „Es ist doch nicht zu vermitteln, weshalb wir mit unserem teuren Gesundheitswesen es nicht schaffen, Menschen, die Organe benötigen, das Leben zu retten.“
Ohne den Eingriff hätte Mette-Marit nach Einschätzung von Ärzten nur noch rund ein Jahr zu leben gehabt. Mit der Transplantation stehen ihre Chancen nun besser.
2025 haben laut Deutscher Stiftung Organtransplantation (DSO) in Deutschland 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Rund 3.000 Organe hätten transplantiert werden können. Auf der Warteliste standen rund 8.200 Menschen.
