Ein Frühsommermorgen in Litauen. Sandige Hügellandschaft, Kiefernwäldchen, Vogelzwitschern. Baltisches Idyll, anderthalb Fahrstunden nördlich von Vilnius. Doch die Ruhe trügt. Plötzlich brummt der Bariton großer Motoren, rasch sich nähernd. Fünf, sechs Leopard-Panzer preschen auf eine Engstelle zu, die es zu nehmen gilt. 60 Tonnen Stahl pro Maschine, getarnt mit grünen und beigen Lappen, an den Flanken das Eiserne Kreuz der Bundeswehr. Das Panzerbataillon 203 ist hier, um Russland vor einem Angriff auf Litauen abzuschrecken.
Von einer Anhöhe aus beobachten zwei Generäle die Übung, einer von ihnen ist Christian Freuding, Inspekteur des deutschen Heeres und verantwortlich dafür, dass die Landstreitkräfte hier an der Ostflanke der NATO künftig jeden potentiellen Gegner abschrecken und notfalls besiegen können. Generalleutnant Freuding wirkt in diesem Augenblick allerdings nicht ganz zufrieden. Der Vorbeiflug der Leoparden war eindrucksvoll, aber jetzt fehlen die Panzergrenadiere und ihre Schützenpanzer, die den raschen Vorstoß absichern.
